Die 22 erfolgreichsten französischen Sänger und Sängerinnen aller Zeiten

Eiffelturm
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Frankreich ist das Land des Chansons. Doch es hat noch weit mehr zu bieten. Die Erben von Aristide Bruant sind in allen Genres zu finden und in der ganzen Welt berühmt. Jazz, Rock’n’ Roll, Reggae und Hip-Hop haben die Künstler und Künstlerinnen beeinflusst. Eine spannende Szene ist entstanden, die weit über die Landesgrenzen hinweg Aufsehen erregt. French Pop wird in Amerika und in Deutschland gehört. Anregungen der Franzosen werden nicht nur in der Filmmusik, sondern auch in gängigen Songs verarbeitet.

Der spezielle Sound hat eine Anziehungskraft, der sich kaum jemand entziehen kann. Dabei sind es vor allem markante Stimmen, die in der französischen Popbranche dominieren und weltweit Emotionen wecken.

1. Johnny Hallyday


Der Sohn eines belgischen Sängers wurde 1943 in Paris geboren. Seine Mutter verließ ihn, bevor er ein Jahr alt war. Er wuchs bei einer Tante auf, die ihn, zusammen mit ihren Töchtern, bereits als Baby auf Tournee mitnahm. Später heiratete diese Tänzerin ihren amerikanischen Kollegen Lee Hallyday, nach dem sich Johnny Hallyday als Sänger benannte.

In den 1960er Jahren startete Hallyday mit seiner Art französisch gesungener Rockmusik. Entdeckt wurde er von Jacques Wolfsohn von Disques Vogue, der später auch Francoise Hardy und Jacques Dutronc unter Vertrag hatte. Nach ersten Erfolgen mit der französischen Version des Brian-Hyland-Songs “Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini” entwickelte sich Hallyday rasch und wechselte zu Sony, bei denen er die nächsten 45 Jahre blieb. Einer seiner größten Hits war “Cheveux longs et idées courtes”, in dem er sich 1966 kritisch mit modischer Politbegeisterung auseinandersetzte.

Bis 2011 füllte Johnny Hallyday die Hallen. Insgesamt verkaufte er weltweit über 100 Millionen Tonträger. Rocklegende Mick Jagger zollte ihm Tribut und sagte, dass Hallyday in Frankreich unerreichbar sei. Am 5. Dezember 2017 verstarb Hallyday. Tausende nahmen mit einem Trauerzug von der Legende in Paris Abschied. Emmanuel Macron sprach in seiner Trauerrede von Hallyday als einem Teil Frankreichs.

2. Michel Sardou


Gehört zu den beliebtesten Sängern Frankreichs. Der 1947 in Paris geborene Sardou entstammt einer Schauspielerfamilie. Er begann seine Karriere mit 20 Jahren und ist noch heute aktiv. Wie viele Chansonniers engagierte er sich mit seinen Liedern politisch und sorgte verschiedentlich für Skandale. Über 300 Lieder sind bisher entstanden. Seine bekanntesten Titel, wie “Monsieur le Président de France”, stammen aus den 1960er Jahren. Seine erste Goldene Schallplatte erhielt Sardou 1973 für die Single “La Maladie d’Amour”.

Außerhalb des französischsprachigen Raums ist Michel Sardou weniger bekannt. In Deutschland trat Wencke Myhre mit seinem Titel “Don Pedros Hochzeitsnacht” auf, Howard Carpendale coverte “Je vole”. Sein letztes Studioalbum veröffentlichte Sardou 2017. “Le choix du fou” brachte dem Sänger 2 x Platin in Frankreich ein. Seit 1999 ist Sardou in dritter Ehe mit der charismatischen Journalistin Anne-Marie Périer verheiratet. Die Trauung nahm damals Nicolas Sarkozy vor.

3. Édith Piaf


Der Weltstar wurde 1915 geboren und wuchs unter erbärmlichen Bedingungen auf. Seit ihrem 10. Lebensjahr sang Édith Piaf auf der Straße. Mit 15 verließ sie ihren Vater, einen Wanderakrobaten, der sie oft schlug, und sorgte für sich selbst. Bald darauf entdeckte ein Kabarett-Besitzer die Sängerin und bot ihr eine Bühne. Der Spatz von Paris wurde mit Liedern wie “La vie en rose” und “Non, je ne regrette rien” berühmt.

Ihre erste Platte nahm die Piaf 1935, mit knapp 20 Jahren auf. Im gleichen Jahr war ihre zwei Jahre alte Tochter gestorben. Das Leben der Chansonsängerin war von Beginn an tragisch überschattet. Aus einem Milieu stammend, in dem Lieblosigkeit, Alkohol und Gewalt an der Tagesordnung waren, setzte sich die Serie des Unglücks fort.

Die Sängerin feierte zwar auch während des Krieges Erfolge, doch sie hatte Affären, die sie emotional belasteten und Alkoholprobleme. Eine Liebe verband sie mit Yves Montand, den sie künstlerisch intensiv förderte, ihr Lebensgefährte, der Boxer Marcel Cerdan, kam 1949 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben, Beziehungen zu dem Rennfahrer Louis Gerardín, dem Sänger Jacques Pills und dem Chansonnier Georges Moustaki endeten unglücklich. Moustaki komponierte für sie “Milord”, einen ihrer größten Erfolge. 1963 starb die Künstlerin an einem Krebsleiden.

4. Daft Punk


Daft Punk sind nicht neu in der Musikwelt. Schon seit den 90ern tanzen Fans auf der ganzen Welt zu den Elektro-Songs des französischen Duos. Mit dem Album „Random Access Memories“ (2013) erzielte die Band weltweit sehr großen Erfolg. Die Platte verkaufte sich fast drei Millionen Mal und erreichte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA Platz 1 der Charts. Das Album wurde außerdem mit einem Grammy ausgezeichnet.

Der Song „Get Lucky“ (2013), der gemeinsam mit dem amerikanischen Sänger Pharrell Williams aufgenommen wurde, bescherte der Band Daft Punk den größten Erfolg ihrer Karriere. Das Lied verkaufte sich mehr als acht Millionen Mal und landete in zahlreichen Ländern der Welt auf Platz 1 der Charts, unter anderem in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien und den USA. Die Single wurde außerdem 43 Mal mit Platin ausgezeichnet und gewann den Swiss Music Award in der Kategorie „Best Hit International“. Die langjährige Arbeit der Band Daft Punk wurde 2014 außerdem mit einem Brit Award in der Kategorie „Best International Group“ belohnt.

5. Jean-Jacques Goldman


Der Sohn einer deutschen Mutter und eines polnischen Vaters zeigte schon früh Talent. Mit Geige und Klavier begann die Karriere des 1951 geborenen Jean-Jacques Goldman. Erste Stationen waren ab 1968 die The Phalanster, zu der auch die Gibson-Brothers gehörten. Später stieß Goldman zu Taï Phong, die ähnlich wie Genesis an ihre Arrangements herangingen. 1981 kam der Durchbruch als Sänger mit “Il suffira d’un signe”.

2002 beendete Jean-Jacques Goldman seine Karriere als Sänger. Als Komponist und Arrangeur ist der Künstler weiter aktiv und erfolgreich. So schrieb er “Pour que tu m’aimes encore” für Céline Dion oder “Je te promets” für Johnny Hallyday und erhielt dafür auch internationale Anerkennung. Mit dem Song “Aicha”, von Outlandish interpretiert, schaffte es Goldman auch in Deutschland auf den 1. Platz in den Charts. Allein 9 Alben, darunter “En Passant” und “Positif”, brachten Jean-Jacques Goldman die Diamantene Schallplatte in Frankreich.

6. France Gall


Die 1947 geborene Sängerin stammt aus einer Musikerfamilie. Ihr Vater schrieb Chansons für Édith Piaf und Charles Aznavour. Seit ihrem 15. Lebensjahr steht France Gall auf der Bühne. Sie startete mit “Ne sois pas si bête” und war bereits 1965 beim Grand Prix dabei, den sie mit dem von Serge Gainsbourg geschriebenen Song “Poupée de cire, poupée de son” gewann. 1966 ging die Sängerin nach Deutschland und wurde dort mit Schlagern wie “Ein bisschen Goethe, ein bisschen Bonaparte”, “Zwei Apfelsinen im Haar” und “Der Computer Nummer 3” bekannt.

Durch die Beziehung zu dem Komponisten und Sänger Michel Berger änderte sich ihr Image. Das Paar heiratete 1976 und bekam zwei Kinder. Mit Songs wie “Hong Kong Star” und “Babacar” positionierte sich France Gall auch politisch. 1988 brachte sie mit “Ella elle l’a”, einer Hommage an Ella Fitzgerald, einen ihrer international erfolgreichsten Songs auf den Markt.

Auf den überraschenden Tod ihres Mannes 1992 folgte eine eigene Krebserkrankung, 1997 verstarb ihre Tochter. France Gall zog sich in den 1990er Jahren zurück und erlag 2018 dem neu ausgebrochenen Krebsleiden.

7. Jacques Brel


Er gehört zu den wichtigsten Interpreten Frankreichs, dabei wuchs der 1929 geborene Belgier in Brüssel auf und kam erst 1953 nach Paris, nachdem ihn Jacques Canetti entdeckt hatte. Dem bürgerlichen Umfeld seines Elternhauses entflohen, tingelte Brel durch kleine Cabarets und Nachtklubs. Erst Ende der 1950er Jahre gelang ihm der Durchbruch. In Canettis Théâtre des Trois Baudets entstand ein wahrer Talentepool. Hier trafen Georges Brassens, Serge Gainsbourg, Boris Vian und viele andere aufeinander. Eine erste Platte, die Canetti bei Philips arrangierte, floppte, doch mit “Quand on n’a que l’amour” schaffte es Brel 1956 auf Platz 3 der Hitparade.

Mit Songs wie “Amsterdam” setzte sich Jacques Brel international nachhaltig durch. Er tourte durch ganz Europa, inklusive der Sowjetunion, kam nach Kanada und in die USA. Nach großen Erfolgen in der New Yorker Carnegie Hall beschloss Brel die Beendigung seiner Karriere als Sänger. 1967 trat er von der Bühne ab und widmete sich dem Film. 1977 nahm er, ein Jahr vor seinem Tod, eine letzte Platte “BREL” auf, die ein internationaler Erfolg wurde. Bis heute verkaufen sich seine Platten auf der ganzen Welt.

8. Renaud


In bester Tradition steht der 1952 geborene Renaud Séchan. Der waschechte Pariser entstammt dem Bildungsbürgertum. Mit 16 Jahren hatte er bereits seinen ersten großen Erfolg mit dem Song “Crève salope!” 1977 wurde er mit “Laisse béton” allgemein bekannt.

Die satirisch bissigen Texte finden ein breites Publikum. Renaud begleitet die Generation der Studentenbewegung bis in die Gegenwart. In den 1990er Jahren arbeitet der Sänger für die satirische Wochenzeitung Charlie Hebdo und ist als Schauspieler aktiv.
Über 14 Millionen Schallplatten hat Renaud weltweit verkauft. Mehrfach erhielt er den renommierten Victoires de la Musique.

Renaud Séchan hat diverse Goldene und Platin Schallplatten erhalten. Die Diamantene Schallplatte bekam er bisher 3 Mal: 1989 für “Mistral Gagnant”, 2002 für “Boucan D’enfer” und 2004 für den Tourneemitschnitt zu “Boucan D’enfer”.

9. David Guetta


Zumindest am Mischpult ist David Guetta wohl der beliebteste Franzose auf der ganzen Welt. Guetta sammelte bereits erste Erfahrung als DJ, als er noch Minderjährig war. In den frühen 80ern nahm man es mit der Alterskontrolle halt noch nicht so genau, schon gar nicht in den Pariser Clubs. Dort fühlte der junge David sich so wohl, dass er sich gegen eine Karriere als Musiker entschied und lieber Gastronom mit eigenem Nachtclub wurde. Die elektronische Musik ließ ihn aber nie ganz los und im neuen Jahrtausend fand er schließlich zu ihr zurück.

2002 erschien sein Debütalbum „Just a Little More Love*„, die gleichnamige Single-Auskoppelungen sowie das Stück „Love Don’t Let Me Go*“ waren seine ersten größeren Erfolge. In die DJ-Oberliga stieg er aber erst 2009 mit dem Album „One Love*“ auf. Das war ein Nummer-eins-Hit in seiner Heimat Frankreich, in Deutschland schaffte der Sampler Fünfachgold und Doppelplatin in UK. Der Nachfolger „Nothing but the Beat*“ konnte diese Erfolge im Jahr 2011 sogar noch übertreffen. Dieses Mal reichte es nicht nur daheim für einen ersten Platz, sondern auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In den USA war immerhin noch Platz 5 drin.

10. Serge Gainsbourg


Bis heute inspiriert er Generationen von Künstlern. Das Enfant terrible der französischen Musikszene hat sich immer wieder neu erfunden und blieb sich dabei doch absolut treu. Serge Gainsbourg, als Sohn ukrainischer Juden 1928 in Paris geboren, erhielt eine klassische Klavierausbildung durch seinen Vater und studierte einige Semester Malerei. Die Bekanntschaft mit Boris Vian und das Klavierspielen in Bars brachten ihn zum Chanson.

Er begleitete Michèle Arnaud, kam mit der großen Juliette Gréco zusammen und wurde schließlich kommerziell erfolgreich, als France Gall mit seinem Titel “Poupée de cire, poupée de son” 1965 den Eurovision Song Contest gewann. Er arbeitete mit Brigitte Bardot und schrieb für sie unter anderem “Comic Strip” und “Bonny and Clyde”. Weltberühmt ist der Song “Je t’aime … moi non plus” in der Fassung mit seiner Frau Jane Birkin.

Gainsbourg beeindruckt durch Vielseitigkeit und Stringenz. Klassische Bildung, hohes Können und Provokation treffen in seinen Songs aufeinander und machten den Sänger, Schauspieler und Komponisten, der 1991 starb, weltberühmt.

11. ZAZ


Die Sängerin verkörpert das französische Chanson in seiner ganzen Vielfalt und Innovation. Sie begann mit 7 Jahren und landete bei einem Rundfunk-Casting auf Platz 2. Bereits während des Studiums sang sie in verschiedenen Bands, trat in Cabarets und auf der Straße auf. 2009 siegte sie beim Talentwettbewerb Réservoir Generation im Pariser Olympia. Da lagen bereits Touren nach Sibirien, Ägypten und Kolumbien hinter ihr.

Ihr Debütalbum, das die Sängerin in Kanada und Frankreich aufnahm, brachte ihr bei seinem Erscheinen 2010 sofort einen riesigen Erfolg, der sie über die Landesgrenzen hinweg bekannt machte. Immer wieder fällt ZAZ durch spektakuläre Aktionen auf: Sie gab kostenlose Konzerte vor den Arbeitern der Salzminen Kolumbiens, sie spielte zusammen mit ihrer Band auf dem Mont Blanc, sie engagiert sich bei Colibri, einer basis-ökologischen Bewegung. Einer ihrer beliebtesten Songs ist “Je veux”, in dem sie sich für Freiheit statt Besitz und Konsum ausspricht.

12. Georges Brassens


Der Sänger begann als Dichter. 1921 in der Hafenstadt Sète geboren, brach er sein Studium am Collège Paul-Valéry ab und ging mit 18 Jahren nach Paris. Er arbeitete bei Renault am Band und schrieb Gedichte. Während der Besatzungszeit wurde er zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert, konnte jedoch ein Jahr später in Paris untertauchen. Erst nach dem Krieg wandte sich Georges Brassens dem Chanson zu. Erste Erfolge feierte er zu Beginn der 1950er Jahre. Seine Popularität stieg durch Plattenaufnahmen, die den links gerichteten Barden während der Studentenbewegung auch international bekannt machten. Brassens selbst lebte sehr zurückgezogen und mied den Medienrummel. Mehrfach bekam er Goldene und Platin-Schallplatten noch nach seinem Tode 1981. Zu seinen berühmtesten Songs zählt das Chanson “pour l’Auvergnat”.

13. Juliette Gréco


Die Grande Dame de la Chanson war mit ihrem Club Tabou die Muse der Existenzialisten. Ihr Stil, ganz in Schwarz mit dunkel umrandeten Augen, prägte eine ganze Epoche. 1927 in Montpellier geboren, wurde ihre Kindheit von Besatzung und Krieg überschattet. Ihre Mutter und eine Schwester überlebten Ravensbrück. Am Beginn ihrer Karriere standen zwei Texte von Sartre, die dieser für sie vom Komponisten Joseph Kosma, der auch für Jacques Prevert schrieb, vertonen ließ.

Schon Ende der 1940er Jahre wurde die schöne Frau von maßgeblichen Intellektuellen umschwärmt, die für sie Songtexte schrieben. Darunter waren Françoise Sagan und Albert Camus. Parallel stand sie als Schauspielerin auf der Bühne und vor der Kamera. Darryl Zanuck drehte mit ihr The Sun also rises in Hollywood. Doch eine kommerziell orientierte Karriere war nicht in ihrem Sinn. Die Gréco blieb Frankreich und Paris treu. Sie förderte Talente und inspirierte Künstler wie Serge Gainsbourg, der für sie Accordéon verfasste.

Internationale Berühmtheit erlangte sie vor allem in der Zeit der Studentenbewegung. Zu ihren berühmtesten Chansons zählt “Si tu t’imagines”.

14. Jacques Dutronc


“Et moi, et moi, et moi” kennt jeder, der französischen Pop liebt. Der 1966 erschienene Titel läutete eine imposante Karriere ein, die aus dem Arrangeur und Komponisten einen Star machte. Der 1943 in Paris geborene Dutronc stand bereits 1963 als Gitarrist einer Rockband auf der Bühne. Nun wurde er zum charismatischen Sänger. Zu seinen großen internationalen Hits gehört “Paris s’éveille”, das 1968 erschien. Neben seiner Arbeit im Bereich der Musik ist Dutronc als Schauspieler gefragt. Er spielte in zahlreichen Filmen von Jean-Luc Godard, Andrzej Żuławski, Claude Chabrol und Alain Corneau mit.

Zusammen mit seiner Frau Françoise Hardy bildet er sei Jahrzehnten ein Dreamteam der französischen Musikszene. In “Puisque Vous Partez En Voyage” sind sie im Duo zu hören. Ihr gemeinsamer Sohn, Thomas Dutronc, auch Musiker und Schauspieler, hat mit beiden bereits zusammen gearbeitet.

15. Indila


Adila Sedraïa ist der Beweis, dass Frankreich im Bereich Gesang weit mehr als Chanson kann. 1984 in Paris geboren zeigt sich Indila seit ihrem Debüt facettenreich. Sie glänzt im Bereich des R&B ebenso wie in der Zusammenarbeit mit französischen Rappern.
2013 wurde Indila einem breiten Publikum mit dem Song “Dernière danse” bekannt. Ihr erstes Album legte sie ein Jahr später vor. Für Mini World wurde die Sängerin mit dem European Border Breakers Award ausgezeichnet. Sie landete auf Platz Nummer 1 der französischen Charts und konnte eine Diamantene Schallplatte für sich verbuchen.

Indila weiß ihr Privatleben gut zu schützen und gilt in der französischen Presse daher als mysteriös. Sie wuchs in einer multikulturell, vor allem algerisch geprägten, musikalischen Familie auf. Als einen ihrer wichtigsten Einflüsse bezeichnet sie Enrico Macias. Der engagierte Chansonnier stammt ebenfalls aus Algerien und lebt seit den 1960er Jahren in Frankreich. “Oh Guitarre” und “Adieu mon pays” gelten als Hymnen und haben die junge Frau musikalisch und emotional geprägt. Durch die Begegnung mit dem DJ und Produzenten Skalpovich öffnete sich Indila auch der Rap-Welt.

16. Françoise Hardy


Die schöne Französin wurde rasch zu einer Stilikone in Frankreich. Kurz nach dem Abitur erschien 1962 ihre erste Platte bei Vogue, dem Label um Wolfsohn, der auch kurz zuvor Johnny Hallyday entdeckt hatte. Mit “Tous les garçons et les filles” wurde sie auf Anhieb berühmt. Über 2 Millionen Mal ging die Platte über den Tisch und gilt bis heute als ihr populärster Hit. Françoise Hardy war en vogue und traf sowohl mit ihren Songs als auch mit ihrer Erscheinung den Ton der Zeit. Bereits 1968 erhielt sie den begehrten Schallplattenpreis Grand Prix du Disque.

Die begabte Hardy sang ihre Lieder nicht nur in ihrer Muttersprache, sondern auch in Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch. Seit sie 1965 im deutschen Fernsehen aufgetreten war, stand ihrer Karriere außerhalb Frankreichs nichts mehr im Wege. “Frag den Abendwind” wurde zum beliebten Schlager im deutschsprachigen Raum.

Seit 1981 ist die Sängerin mit ihrem Kollegen Jacques Dutronc verheiratet. Sie komponiert ihre Titel selbst und hat sich vom Schlagerimage weit entfernt. Seit 2000 brachte sie bis 2005 regelmäßig Alben heraus, die in Frankreich Rekordzahlen einspielten. Durch eine Krebserkrankung hat sich Françoise Hardy mehr der Literatur zugewandt.

17. Mylène Farmer


Seit den 1980er Jahren ist Mylène Farmer in der Musikwelt ein Begriff. Anspruchsvolle Texte und aufwendige Shows sowie ihre wie Filme konzipierten Clips machten die 1961 als Mylène Jeanne Gautier geborene Sängerin über die Landesgrenzen Frankreichs hinaus bekannt. Ihr Künstlername ist eine Hommage an die amerikanische Schauspielerin Frances Farmer, der auch Nirvana in einem Songtext huldigen. Die Künstlerin wurde aufgrund ihrer radikalen Ansichten und ihrer Karriereverweigerung für verrückt erklärt und musste eine elfjährige Tortur in der Psychiatrie durchstehen.

Mylène Farmer selbst ist medial kaum präsent. Sie brach mit 17 die Schule ab und hielt sich mit Gelegenheitsjobs im Verkauf und in der Werbung über Wasser. Der Komponist Laurent Boutonnat entdeckte und förderte sie. Bis heute arbeitet das Duo zusammen.

Gleich nach ihrem ersten 1986 erschienenen Album “Cendres de lun”e reihte sich Erfolg an Erfolg. Mit “Ainsi soit-je…” kam sie auf Platz 1 der französischen Charts und erhielt die Diamantene Schallplatte. Mehrfach bekam die Künstlerin in den folgenden Jahren Preise für das beste französischsprachige Album.

18. Francis Cabrel


Der Künstler gehört trotz seines Erfolgs zu den Bodenständigen. Bis heute lebt der 1953 geborene Francis Cabrel in seiner Heimatstadt Astaffort in Lot-et-Garonne. Er war dort sogar einige Jahre Stadtrat. Auch seine Karriere begann unspektakulär. Cabrel nahm mit dem seiner Frau gewidmeten Liebeslied “Petite Marie” 1974 an einem Radiowettbewerb teil und siegte. Bis heute ist der regionale Akzent sein Markenzeichen und brachte ihm damals einen Plattenvertrag bei CBS.

Stark beeinflusst wurde Cabrel von Bob Dylan, Leonhard Cohen, Jimi Hendrix und Neil Young, doch in Englisch hat er nie gesungen. Seine Sprache ist und bleibt Französisch. Lieder in Spanisch und Italienisch trägt er auf Konzerten vor und veröffentlicht sie auch auf CD.

Bisher hat Francis Cabrel 14 Studioalben eingespielt und 5 Livealben herausgebracht. Platten wie “Fragile”, “Sarbacane”, “Samedi soir sur la Terre” und “Hors-saison” verkauften sich jeweils über 1 Million Mal. Zu seinen bekanntesten Songs zählen “Je l’aime à mourir”, das zum Sommerhit 1979 wurde und bis heute populär ist, “Je t’aimais, je t’aime et je t’aimerai” und “C’est écrit”. Gecovert wurden “Je l’aime à mourir” von Shakira, die es zweisprachig sang und 2012 erneut zu einem Hit in Frankreich machte.

19. Nino Ferrer


Er gilt als unbekannte Berühmtheit, doch Nino Ferrer ist in Frankreich ein Klassiker. 1953 geboren, führte ihn sein Weg zunächst über das erfolgreiche Studium der Ur- und Frühgeschichte an der Sorbonne bis nach Melanesien, wo er an Ausgrabungen teilnahm. Sein Herz schlug für den Jazz. Er spielte mit Bill Coleman und trat mit der amerikanischen Jazzsängerin Nancy Holloway auf. Eine erste eigene Platte entstand 1963. 1965 kam mit “Mirza” der Durchbruch. “Les cornichons” folgte.

Nino Ferrer fühlte sich missverstanden. 1966 brachte er die Single “Je veux être noir” heraus, die seinem Verständnis von Musik entsprach. Pop jedoch verkaufte sich besser. Der Multiinstrumentalist Ferrer wurde zum Wandler zwischen allen Genres. Das machte ihn so schwer vermarktbar. Dennoch schafften es Titel wie “Le Téléfon” unter die oberen 10 der Charts und sicherten ihm innerhalb Frankreichs den finanziellen Erfolg.

17 Platten hat der begabte Sänger und Komponist bis zu seinem Freitod 1998 vorgelegt. Songs wie “Le Sud”, der Sommerhit des Jahres 1975, wurden gefeiert. Nino Ferrer wird neben Serge Gainsbourg als einer der innovativsten Künstler Frankreichs gesehen.

20. Vanessa Paradis


Jeder kennt sie als Schauspielerin und Sängerin. Sie gehört zu den großen Stars in Frankreich. Vanessa Paradis wurde 1972 in Saint-Maur-des-Fossés geboren und war bereits als Achtjährige im Fernsehen zu sehen. Mit erst 10 Jahren nahm sie “La Magie des surprises parties” auf und 1987, gerade einmal 15 Jahre alt, hatte sie mit “Joe le Taxi” ihren ersten großen Hit, der auch international Aufsehen erregte. 1990 folgte das Album “Variations sur le même t’aime”, für das ihr Serge Gainsbourg die Texte geschrieben hatte.

Parallel reüssierte Paradis als Schauspielerin, sie drehte mit Jean-Claude Brisseau Weiße Hochzeit, und war als Model für Chanel zu sehen. Insgesamt 7 Studioalben hat Vanessa Paradis bisher vorgelegt, vier davon wurden zur mehrwöchigen Nummer 1 in den französischen Charts.

Das Multitalent hat zwei Kinder mit Johnny Depp und lebt derzeit mit dem französischen Autor, Schauspieler und Regisseur Samuel Benchetrit zusammen.

21. Charles Aznavour


Édith Piaf entdeckte ihn und nahm ihn 1946 mit auf Tournee. Das war der Anfang einer großen künstlerischen Karriere, denn der Sohn armenischer Einwanderer, 1924 in Paris geboren, hatte die Schule abgebrochen und wollte nur eins: Singen. Seit seinem 9. Lebensjahr stand er auf der Bühne und arbeitete unermüdlich, bis er 2018 94-jährig starb. Der kleine Mann mit der großen Stimme faszinierte sein Publikum bis zum Schluss. Über 200 Millionen Platten hat Charles Aznavour verkauft, über 1000 Chansons geschrieben und in unzähligen Filmen mitgewirkt. Er sang und schrieb in verschiedenen Sprachen, darunter auch deutsch.

Lieder wie “La Bohème, Comme ils disent” und “Il faut savoir” machten ihn unsterblich. Mit “Du lässt dich gehen” brachte er dem deutschen Publikum jenes tragisch-skurrile einer vergehenden Liebesbeziehung nahe. Er konnte nicht nur die melancholischen Seiten aufzeigen, sondern wusste auch optimistisch die Liebe zur Welt zu besingen: “J’aime Paris au mois de Mai” ist so ein Titel, der bis heute mitreißt und beschwingt.

22. Gilbert Bécaud


Monsieur 100.000 Volt wurde er genannt, Lieder wie Nathalie machten ihn über alle Grenzen hinweg berühmt. Er sang sie in Französisch und Deutsch, er war in Ostberlin, New York und in Moskau zu hören. 1927 wurde Bécaud in Toulon geboren und trat zunächst als Pianist ins Rampenlicht. 1952 begleitete er den Schauspieler und Sänger Jacques Pills auf dessen Amerikatournee. Damals begann er seine ersten Chansons zu schreiben. Mit den Texten tat er sich schwerer, die schrieb Pills für ihn. Wenig später entstanden Titel wie das Lied “Le jour où la pluie viendra” mit dem Text von Pierre Delanoë. Dalida sang es später in deutscher Übersetzung als “Am Tag als der Regen kam” und Jane Morgan in Englisch.

Édith Piaf bat ihn um ein Chanson. So entstand 1954 “Elle a dit”. Während der 1950er Jahren setzte sich Bécaud durch. Er komponierte, war in Filmen zu sehen und ging auf Tournee. Sogar eine Oper entstand. “L’opéra d’Aran” wurde 1962 im Théâtre des Champs-Élysées in Paris uraufgeführt. Seine letzten Konzerte gab Gilbert Bécaud im Sommer 2001, im Dezember des gleichen Jahres starb er an Lungenkrebs auf seinem Hausboot in Paris. Seine größten Erfolge waren “L’Orange” und “Un peu d’amour et d’amitié”.

Faszinierend an Frankreich sind die Offenheit der Kunstformen und der Bezug zwischen den Generationen. Serge Gainsbourg war ein Star der stets auch Jüngere anzog und begeisterte. Künstler wie Charles Aznavour gelten international als Vorbilder. Fast alle großen Sänger waren oder sind bedeutende Schauspieler, die auf der ganzen Welt Anerkennung finden.

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