Die 24 besten PC- und Videospiele mit weiblichen Hauptcharakter

Helden sind großartig, aber besser ist es, wenn sie Frauen sind. Unsere Top-Heldinnen schlagen in mehr als einer Hinsicht Wellen.
weibliche Videospielcharaktere

Videospiele mit weiblichen Charakteren üben eine Anziehungskraft auf uns aus, die über den vermeintlichen, bloßen Sexappeal der Heldinnen hinausgeht. Die Entwicklung weiblicher Spielefiguren hat sich seit der Jahrtausendwende, besonders in den letzten zehn Jahren, enorm vervielfältigt und lotet sämtliche Höhen und Tiefen dessen aus, was das Menschsein in abenteuerlichen, brandgefährlichen oder einfach nur abgedrehten Situationen ausmacht. Die folgende Liste stellt 24 Spiele mit unwiderstehlich smarten, mutigen, getriebenen und charismatischen Frauen als Hauptcharakteren vor.

Als zentrales Auswahlkriterium muss das Spiel mindestens einen zentralen, spielbaren weiblichen Protagonisten besitzen. Catwoman ist in Batman: Arkham City zwar ein unvergesslicher Hingucker, aber nur in einigen wenigen Abschnitten spielbar. Ebenso ist die alleinige Lauffähigkeit des Spiels Voraussetzung. Der DLC Burial at Sea 2 zum Spiel Bioshock Infinite lässt uns zwar endlich die unschuldige Elizabeth selber spielen, aber dafür wird das installierte Hauptspiel vorausgesetzt.

Das Ranking der Spiele in dieser Liste berücksichtigt neben der Klasse der Spiele vor allem auch die Darstellung bzw. Charakterisierung der Heldinnen. Es gibt eben mehr Dinge als Sprungkraft oder Sprengfähigkeiten, die eine Frau in einem Videospiel unvergesslich machen.

Aloy (Horizon – Zero Dawn)


Man will sich gar nicht das Leid der Story-Schreiber vorstellen, als ihnen ein Szenario vorgesetzt wurde, in dem Maschinen in Gestalt von prähistorischen Bestien die Prärien einer postapokalyptischen Welt durchstreifen und Menschen wieder als Nomaden in Stämmen leben. Umso höher müssen wir anerkennen, dass Horizon – Zero Dawn ein durchschlagender Erfolg wurde, auch in Sachen Story. Auf der einen Seite kann das Gameplay mit vielen neuen Möglichkeiten überzeugen, auf der anderen wurde mit der spitzbübischen Aloy, einer verbannten Jägerin, die der sogenannten Maschinenstörung auf der Spur ist, eine denkwürdige Frau geschaffen, an der man sich gar nicht sattsehen kann. Das Setting punktet durch seine Unverbrauchtheit, und Aloy – die wir von Kindheit an kennenlernen dürfen – durch ihre Sympathie.

Senua (Hellblade – Senua’s Sacrifice)


So denkwürdig das Epos von Senua auch ist, kommt es nicht ohne eine Würdigung der Schauspielerin dahinter aus: Ursprünglich sollte Melina Jürgens, damals Videoredakteurin des Entwicklers Ninja Theory, nur als Vorlage für die Erprobung erster Motion-Capture-Aufnahmen dienen. Doch Melina konnte als schizophrene Pikten-Kriegerin mehr überzeugen, als ihr selbst wohl klar war und 2017 nahm sie dafür unter Applaus den Game Award entgegen.

In Hellblade wurde Senua‘s Heimat von Nordmännern zerstört und ihr Geliebter Dillion brutal getötet. Nun begibt sie sich an die Grenze von Helheim, um mit Hela, der nordischen Göttin des Todes, selber über die Herausgabe von Dillions Seele zu verhandeln. Auch wenn es ihre eigene kosten wird. Was Hellblade in seiner Darstellung einer Frau als Heldin alle anderen Spiele in den Schatten stellt, ist die optisch, aber vor allem akustisch gekonnte Inszenierung von Psychosen. Senua ist stark, aber gebrannt von ihrem Trauma wird sie unaufhörlich von Stimmen geplagt, die sie aus allen Richtungen demütigen. Hellblade bekam viel Anerkennung dafür, die Seele einer psychisch erkrankten Person zu beleuchten und damit einen Beitrag zur Entstigmatisierung eben solcher Personen geleistet zu haben. Empfehlung: Unbedingt mit Kopfhörern spielen!

Lara Croft (Tomb Raider-Reihe)


Die Ikone. Die Angebetete. Die Unsterbliche. Lara Croft erblickte als eine der ältesten Spieleheldinnen 1996 das Licht der Welt und brachte nicht nur die Hälfte aller männlichen Gamer um den Verstand. Seitdem hat sich ihr Image progressiv gewandelt, weg von der Pistolen-Amazone mit dem Atombusen hin zu einer reflektierenden, sportlichen, aber immer noch wehrhaften Archäologin. Vorläufiger Höhepunkt dieser Entwicklung stellt Rise of the Tomb Raider dar, in dem Lara das Geheimnis von Kitesch, einer verborgenen Stadt tief im Herzen Sibiriens, erforscht. Eine mächtige Gruppierung namens Trinity sitzt Lara dabei wie eine Faust im Nacken, denn einher mit der Entdeckung von Kitesch soll nicht weniger als die Entdeckung der Unsterblichkeit gehen…

Maxine „Max“ Caulfield (Life is Strange)


Unvergessliche Heldinnen in Videospielen können sehr sanft sein, ohne große Gewalt oder Schießereien. Eine Heldin dieser Art fanden die Spieler in Max Caulfield, einer verträumten Studentin der Blackwell-Akademie am beschaulichen Küstenort Arcadia Bay. Max entdeckt neben ihrer verlorengeglaubten, rebellischen Freundin Chloe auch die Fähigkeit, Zeit bis zu einem bestimmten Punkt zurückzuspulen. Doch sie wird von Visionen über einen bevorstehenden Orkan, der Arcadia Bay zu zerstören droht, heimgesucht, während Chloe fieberhaft nach einem verschwundenen Mädchen namens Rachel Amber sucht. Max will allen so gut es geht helfen, aber entdeckt dabei, dass Freundschaft mehr zählt als jede übermächtige Begabung.

Verträumt, dramatisch, unter die Haut gehend, Life ist Strange verbindet die scheinbar gegenteiligsten Elemente wie Science-Fiction, Coming of Age, Schuldrama und Kriminalgeschichte zu einem Story-Meisterwerk.

Chloe (Uncharted: The Lost Legacy)


Mit der Uncharted-Reihe hat sich der erfolgreiche Entwickler Naughty Dog seine Vision einer Abenteuerreihe im Stile von Indiana Jones erfüllt. The Lost Legacy könnte als Add-On zum letzten Nathan Drake-Abenteuer Uncharted 4 missverstanden werden, ist aber ein absolut vollwertiger, für sich alleine stehender Titel. In der Handlung begleiten wir die bereits aus den Vorgängern bekannten Chloe Frazer und Nadine Ross durch Indien auf der Suche nach dem Stoßzahn des Ganesha. Das Gameplay ist dabei typisch für Uncharted, es gibt Schießereien, Schleichpassagen, Geschicklichkeitseinlagen und Rätselabschnitte. Wie immer gelingt Naughty Dog dabei die Chemie zwischen den Charakteren extrem gut, Chloe und Nadine werden ein eingespieltes Team, das selbst die tödlichsten Situationen noch mit einem Augenzwinkern bewältigen kann.

Susan Ashworth (The Cat Lady)


Wesentlich unbekannter, aber genauso unvergesslich ist der Indie-Titel The Cat Lady. Das Spiel ist technisch betrachtet ein 2D-Seitenansicht-Adventure, aber was die Entwickler für eine Handlung und Atmosphäre daraus gemacht haben, ist äußerst verstörende, erwachsene Tragödie. Antiheldin von The Cat Lady ist Susan Ashworth, eine vierzigjährige, schwer depressive Frau, die nach ihrem Selbstmord von dunklen Kräften wiedererweckt wird. Sie darf nicht sterben, ohne zuvor die Welt von einer Handvoll Parasiten, gemeingefährlichen Personen in ihrer unmittelbaren Nähe, befreit zu haben. An der Seite von Mitzi, einer tödlich erkrankten jungen Frau, macht sich Susan auf, nicht nur die Parasiten zu finden, sondern auch ihre trostlose Nachbarschaft näher kennen zu lernen, als ihr lieb ist.

Commander Shepard (Mass Effect-Reihe)


In gewisser Weise ist Shepard das ultimative Beispiel für Gleichberechtigung im Spiel. Unabhängig vom Geschlecht wird der Hauptfigur im Verlauf der Mass-Effects-Geschichte die gleichen Möglichkeiten geboten. Sie geht den gleichen Weg, um die Menschheit vor den Reapers zu retten. Die Entscheidungen werden nicht im Namen von Shepard durch Geschlechterstereotypen getroffen – sie werden vom Spieler getroffen. Sogar das Charakterdesign bietet gleiche Wettbewerbsbedingungen – jeder weibliche Shepard ist einzigartig.

Diese Gleichberechtigung wäre nichts, wenn Shepard ein totales Schwächling wäre, aber er/sie zeigt ständig Stärke und Ausdauer im Angesicht von Widrigkeiten. Tatsächlich ist Widrigkeit ein zu weicher Begriff: „Katastrophe“ ist oft näher an der Wahrheit. Shepard erlebt Verlust, Verrat, Kritik und sogar den Tod während der Mass Effect Spiele, kämpft sich aber bis zum bitteren Ende durch. Unabhängig vom Geschlecht ist Shepard ein richtiger Spielheld.

Amanda Ripley (Alien: Isolation)


Dass die weltbekannte, von Sigourney Weaver gespielte Alien-Heldin Ellen Ripley eine Tochter namens Amanda hatte, ist keine Erfindung der Entwickler. Tatsächlich wird Amanda Ripley in einer aus der Kinofassung des Films Aliens – Die Rückkehr geschnittenen Szene erwähnt, wobei sie zum Zeitpunkt des Films bereits in hohem Alter gestorben ist. In Isolation hat Amanda hingegen mit den furchterregenden Xenomorphen alle Hände voll zu tun. Der Flugschreiber der Nostromo, dem Schiff des ersten Films, wurde geborgen und auf die Raumstation Sevastopol gebracht. Und nicht nur der. Alien: Isolation ist nach einigen mäßigen und eher enttäuschenden Anläufen das erste wirklich hervorragende Alien-Spiel voller Horror, Klaustrophobie und Science-Fiction. Mutter Ripley wäre stolz auf Amanda.

Kassandra (Assassin’s Creed Odyssey)


Assassin’s Creed Odyssey ist eines der wenigen Spiele der Reihe, bei dem du die Wahl hast, während der gesamten Spielzeit als Frau zu spielen. Kassandra ist auch die mit Abstand beliebteste Option.

Man kann zwar zwischen ihr oder Alexios wählen, aber es scheint, dass die meisten Spielerinnen Kassandra stark bevorzugen. Hinsichtlich der Gestaltung ihres Charakters und des Synchronspiels ist sie eine sehr starke Wahl. Ein weiterer Pluspunkt des Spiels ist, dass es Romantik-Optionen einführt und du die Möglichkeit hast, deinen Charakter zu einem Mitglied der LGBTQ+-Gemeinschaft zu machen, wenn du möchtest.

Claire Redfield (Resident Evil 2)


Resident Evil 2 erhielt bei seiner Veröffentlichung 2019 begeisterte Kritiken und wurde sogar mehrfach als Spiel des Jahres ausgezeichnet. Dies sollte nicht so sehr überraschen, wenn man bedenkt, wie gut das Spiel ist. Es hat mit Leon S. Kennedy und Claire Redfield zwei Protagonisten.

Claire galt lange Zeit als eine ikonische Videospielfigur, insbesondere in der Resident Evil-Serie. Sie ist ein bekannter knallharter Typ, den die Leute einfach lieben müssen. In diesem Spiel kannst du ihr helfen, Raccoon City vor der Plage der Infizierten zu retten.

Jill Valentine (Resident Evil 3)


Während das 2018 erschiene Remake von Resident Evil 2 den Verkaufserfolg des Originals übertraf und von Spielern sowie Presse einhellig als Meisterwerk bejubelt wird, hat Resident Evil 3 als Neuauflage einen schwierigeren Stand. Denn wie schon beim Original weicht der Survival-Horror bleihaltigem Geballer, in dem wir Horden von Zombies erschießen, zerstückeln und derart in die Luft jagen, dass man schon fast Mitleid mit den Wiedergängern bekommt. Eine der beiden Helden ist dabei die Kommandokämpferin Jill Valentine, die bereits seit dem ersten Ur-Resident Evil von 1996 fester Bestandteil des Heldenkaders ist. Nicht nur sieht Jill dank verbesserter Grafik hübscher denn je aus, die brachiale Action des dritten Teils bringt sie auch viel mehr als eigenständige Kämpferin zur Geltung.

Amicia de Rune (A Plague Tale: Innocence)


Eine tapfere Adelstochter, ein kleiner Bruder, und mehr Ratten als in jedem anderen Videospiel. A Plague Tale entführt uns ins Frankreich zur Hochzeit des Hundertjährigen Krieges als auch der Pest, die jeden dritten Einwohner tötet und ganz Landstriche mit Leichenbergen verdeckt. Zu Beginn des Spiels muss die junge Amicia de Rune mit ihrem Bruder Hugo vor der Inquisition fliehen, welche ihre Eltern massakriert hat. Die meiste Zeit über steuern wir Amicia durch eine gräulich verheerte Mittelalterwelt, in der sich das Mädchen mit nicht mehr als einer Schleuder bewaffnet gegen Ritter in Harnischen behaupten muss, um Hugo zu retten.

Clementine (The Walking Dead, Season 2)


Das Ende der ersten Walking-Dead-Staffel von Entwickler Telltale ließ November 2012 Gamer über den ganzen Globus hinweg Rotz und Wasser heulend in ihre ergonomischen Stühle zusammensacken. In der zweiten Staffel (und auch später in der vierten und letzten) steuern wir ausschließlich Clementine, ein Mädchen, dem die Zombieapokalypse nichts außer ihren Sachen, ihrer verdreckten Kappe und einen stählernen Willen zu überleben gelassen hat. Auf der Suche nach Unterkunft, Nahrung und Verbündeten müssen wir im Laufe der fünf Episoden erneut unsere Dialogoptionen sorgfältig abwägen und mitunter grausame Entscheidungen treffen. Keine Elfjährige war je erwachsener als Clementine.

Jodie Holmes (Beyond: Two Souls)


Das französische Spielestudio Quantic Dream entwickelt mit großem Erfolg Spiele, die sich wie interaktive Kinofilme anfühlen. In Beyond spielen wir Jodie, eine junge Frau, die mit einem rätselhaften Geist verbunden ist und deswegen einen Großteil Ihrer Lebenszeit in Isolation aufwuchs. Doch Jodies Leben überwirft sich auf furchtbare Weise, als das Militär ihre Kräfte ausnutzen will. Jodie wird von der Oscar-nominierten Ellen Page gespielt, die dank der Motion-Capture-Technologie in diesem Spiel digital verewigt wurde.

Emily Kaldwin (Dishonored 2)


Ursprünglich als kleines Kind im Original Dishonored erschienen, beschloss der Entwickler Arkane Studios, sie zu einer der beiden spielbaren Charaktere für die Fortsetzung Dishonored 2 zu machen. Und für Frauen war das eine wichtige Aussage. Das Spiel wird am besten durch die Augen seiner verbannten Königin gespielt, denn das ist ihre Geschichte. Sie ist eine Frau, die nach der Ermordung ihrer Mutter auf den Thron gestoßen wurde und obwohl sie eine klasse Action-Heldin ist, zweifelt sie auch an ihren Fähigkeiten als politische Führerin. Sie ist vielschichtig und sie hat einen klaren Bruch mit den Stereotypen von weiblichen Spielcharakteren vollzogen. Wenn wir ihre stählerne Entschlossenheit angesichts von Zögerlichkeit und Unerfahrenheit nutzen könnten, ginge es uns allen etwas besser.

Chell (Portal)


Helden der Spiele von Valve scheinen irgendwie ein Schweigegelübde geleistet zu haben. So war es bei Gordon Freeman aus Half-Life, so ist es auch mit Chell, einer unbekannten Frau aus den Versuchslaboren von Aperture Science. Andererseits bildet Chells Introvertiertheit einen angenehmen Gegenpol zu der immer sarkastischer werdenden, verrückt gewordenen KI GlaDOS oder dem gestörten, plappernden Datenkern Wheatley aus dem zweiten Teil. Ruhiges Schweigen ist Gold, und für die teils anspruchsvollen Rätsel der Portal-Spiele ist etwas Stille zum Nachdenken zumindest nicht verkehrt. Bis heute zählt Portal zu einem der besten Rätsel-Spiele der Geschichte, wenn nicht dem besten überhaupt.

Faith Connors (Mirror’s Edge)


Die Dystopie von Mirror‘s Edge versteckt sich hinter hellen Fassaden aus Glas und azurblauen Himmeln. In der Stadt Glass ist der Albtraum totaler Überwachung wahr geworden, und nur eine rebellische Gruppe namens Runner kann Informationen sicher und diskret transportieren. Wir steuern Faith, eine flinke, entschlossene Runnerin, deren Schwester zu Unrecht vom System eingesperrt wird. Wir können wie in vielen Spielen aus der Ego-Perspektive ballern, aber das macht nicht den Reiz des Spiels aus. Kern des Gameplay ist das Parkour-Element, Hindernisse möglichst schnell zu umgehen oder überspringen. Neben dem Flow, der dabei entstehen kann, ist Faith selbst wohl das Reizvollste an Mirror‘s Edge. Eine Frau, die sich am Auge hat tätowieren lassen. Wer will sich mit so einer anlegen?

Hannah Smith (Her Story)


Eine Frau, der man im Verhörraum zusieht und zuhört, ist so ziemlich das Letzte, was man sich als Spiel mit weiblichem Hauptcharakter vorstellen möchte. Hannah Smiths Ehemann verschwand und ist kurz darauf tot aufgefunden worden. Wir müssen herausfinden, was Hannah damit zu tun haben könnte. Es gibt keine Möglichkeit, sie zu steuern oder anderweitig Einfluss auf sie zu nehmen. Möglich ist nur das Durchforsten der Ingame-Datenarchive nach weiteren Verhörvideos, um Erkenntnis darüber zu erlangen, was eigentlich vor sich geht. Mit den richtigen Suchbegriffen, auf die man selber kommen muss, werden neue Videos freigeschaltet und nur allmählich fügt sich ein Puzzle zusammen.

Edith Finch (What Remains of Edith Finch)


Sogenannte Walking Simulators stoßen immer wieder an die Grenze der Definition von Videospielen. Bei What Remains of Edith Finch erkunden wir, ähnlich wie in Gone Home, das eigene Familienhaus, diesmal aus der unschuldigen Perspektive einer schwangeren Teenagerin namens Edith. Das bunte Ambiente sollte nicht über die tieftraurige Prämisse des Spiels hinwegtäuschen, denn zu Ediths Rückkehr sind all ihre Verwandten tot, die meisten starben jung und unnatürlich. Raum für Raum erforschen wir die Vergangenheit und versuchen, dem alten Familienfluch der Finchs auf die Schliche zu kommen.

Alyx Vance (Half-Life: Alyx)


Die quirlige, junge Wissenschaftlerin Alyx Vance ist seit Half-Life 2 eine Konstante in Gordon Freemans Leben geworden, dem Helden der meisten bisherigen Half-Life-Spiele. Doch nicht nur ihm ist die kesse, gelegentlich flirtende Alyx näher als seine eigene Brechstange ans Herz gewachsen, auch in der Spieler-Community gilt sie als eine der populärsten Heldinnen überhaupt. Dass sie dabei keine rettungsbedürftige Jungfrau in Nöten ist, stellt sie im neuesten Half-Life-Ableger Alyx unter Beweis. In dem VR-exklusivem Spiel steuern wir das erste Mal Alyx direkt in einer Geschichte, die noch vor den Ereignissen von Half-Life 2 spielt. Dieses Spiel hat VR auf eine neue Ebene gehievt und mit ihm müssen sich zukünftige Titel dieser Sparte messen.

Bayonetta (Bayonetta)


Die schärfste Hexe der Spielegeschichte gab ihr Debüt 2009 auf der Playstation 3, acht Jahre später übrigens auch endlich auf dem PC. Bayonetta gehört dem Orden der Umbra-Hexen an, einer Gruppe von eigenwilligen, magisch begabten Frauen im Kampf gegen die Mächte des Himmels. Die Handlung ist wie die Kämpfe – durch die Bank abgedreht, temporeich, einfach nur der Wahnsinn. Während wir Bayonettas Vergangenheit auf den Grund gehen, können wir im Kampf gegen Engel immer mächtigere Schlag-, Tritt- und Sprungkombinationen aneinanderreihen. Schnelle Reflexe sind gefragt, aber manchmal hilft uns die titelgebende Heldin mit Ultimativ-Kräften aus, die gewaltige Bestien aus ihren Haaren und ihrem engen Anzug beschwört, während sie sich dabei ziemlich lasziv entblößt.

Kaitlin Greenbriar (Gone Home)


Das auf der Engine des Horrorschockers Amnesia: The Dark Descent basierende Spiel wurde zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung dahingehend missverstanden, dass es ebenfalls ein Horror-Spiel wäre. Tatsächlich wirkt es auf es auf dem ersten Blick genau als solches: Bewegung aus der Ego-Perspektive, ein verlassenes Haus, dunkle Nacht, niemand da. Tatsächlich erkundet man in der Haut von Familientochter Katie, gerade nach einer langen Reise zurückgekehrt, Zimmer um Zimmer des Hauses und lernt dabei mehr über die intimen Geheimnisse einer brüchigen, amerikanischen Familie der Neunziger kennen.

Grace Nakimura (Gabriel Knight 3)


Der dritte Teil der Gabriel Knight-Saga beschloss eine Adventure-Trilogie voller Mythen, Okkultem und Rätseln. Menschlicher Kern dieser Spiele war aber immer die Beziehung zwischen dem titelgebendem Schattenjäger Gabriel Knight und seiner gewitzten Assistentin Grace Nakimura. Im dritten Teil steuern wir Grace neben Gabriel und helfen ihm dabei, einen unheimlichen Entführungsfall im verschlafenen Rennes-Le-Chateau aufzuklären. Nicht nur wächst Grace dabei über sich selbst hinaus, sondern kommt auch Gabriel deutlich näher…

Cate Archer (No One lives forever)


Damals als der beste Shooter seit Half-Life gefeiert, ist The Operative: No One Lives Forever von 2000 quasi in Vergessenheit geraten. In der Alpha-Phase trafen die Entwickler die Entscheidung, in ihrem Agenten-Shooter mit 60er-Jahre-Flair den Hauptcharakter zur Frau zu machen, da der männliche Protagonist aufgrund des Settings permanent mit James Bond verglichen wurde. Ein guter Entschluss, da Agentin Cate Archer dem Spiel eine lockere und humorvolle Ausstrahlung verleiht. Markant waren zur Zeit seiner Veröffentlichung vor allem Gadgets in Form typisch weiblicher Accessoires wie z.B. explosive Lippenstifte. Oder das abwechslungsreiche Leveldesign, darunter eine Schießerei im freien Fall nach einem Flugzeugunglück.

Schrill nach Rettung kreischende, hilflose Jungfern – das sind Frauen in Videospielen zum Glück lange nicht mehr. Ebenso sind sie nicht übermächtig oder makellos. Sie sind geheimnisvoll, gequält, liebevoll, zornig, gewitzt, überschwänglich, leidenschaftlich, todesverachtend, lebenshungrig, sie sind alles, was unwiderstehliche Frauen ausmacht.

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