Im Westen nichts Neues: Die Handlung & das Ende erklärt

Was passiert in dem Netflix-Film „Im Westen nichts Neues“? Hier findest du eine Zusammenfassung der Handlung, die dir alle offenen Fragen zum Ende des Films beantwortet.

Spoiler-Warnung: Dieser Artikel enthält wesentliche Handlungselemente.

Der Netflix-Film „Im Westen nichts Neues“ von Edward Berger schildert den Moment, in dem die Menschheit erst begann, das Ausmaß ihres zerstörerischen Potenzials zu begreifen.

Der Kriegsfilm zeigt den Ersten Weltkrieg aus der Perspektive eines jungen Mannes, der sich meldet und für sein Land kämpft. Ein Soldat mit hohen Ambitionen. Ein Soldat, der bis zu dem Punkt kämpft, an dem alles keinen Sinn mehr macht. Leider ist es am Schluss zu spät, als er erkennt, dass er hereingelegt wurde.

Zusammenfassung der Handlung von „Im Westen nichts Neues“:

Im Westen nichts Neues - Produktionsstandbild
(c) Reiner Bajo / Netflix
Der Krieg befindet sich in seinem dritten Jahr. Panzer, chemische Waffen, Bomben und Grabenkämpfe wurden zum ersten Mal eingesetzt. Eine Katastrophe dieses Ausmaßes hatte die Menschheit noch nie zuvor erlebt.

Die Ausrüstungen der gefallenen Soldaten an der Westfront der deutsch-französischen Grenze werden umgehend zurückgeschickt, um sie wieder einsatzfähig zu machen und an neue Rekruten auszugeben. Soviel war zu dieser Zeit das Leben wert.

Paul Bäumer und die anderen Soldaten hätten sich vielleicht eine Menge Ärger erspart, wenn sie vor ihrer Einberufung von den katastrophalen Zuständen erfahren hätten. Um für Deutschland zu kämpfen, fälscht Paul die Unterschrift seiner Mutter.

Ohne es zu merken, hatte er sein eigenes Todesurteil unterschrieben.

Im Jahr 1917 meldet sich Paul und einige weitere junge Männer zum Militärdienst. Die Kommandeure halten eine mitreißende Rede. Die jungen Soldaten dürfen keine Schwäche zeigen, sonst endet ihr Leben auf dem Schlachtfeld. Sie versuchen, die jungen Männer davon zu überzeugen, dass sie Gutes tun, indem sie von Rechtschaffenheit reden.

Die mitreißenden Reden der Kommandeure sind aber nichts weiter als eine verräterische List. Mit ihrer Propaganda haben sie erfolgreich eine ganze Generation einer Gehirnwäsche unterzogen. Sie haben die Bevölkerung davon überzeugt, dass der Krieg für ihr eigenes Wohl geführt wird.

Pauls anfängliche Freude darüber, für Deutschland kämpfen zu dürfen, verfliegt schnell. Bei seiner Ankunft an der Westfront wird im schnell das ganze Elend bewusst.

Im Schützengraben lernt Paul Stanislaus Katczinsky kennen. Paul ist schockiert über den körperlichen und geistigen Zustand der Soldaten. Wir erfahren, dass die jungen Männer völlig unvorbereitet in den Kampf geschickt werden.

Der Befehl „Sammeln beginnen“, den sie oft in den Schützengräben gehört haben, ergibt für Paul endlich einen Sinn. Er bedeutet, dass für die Zählung und Erfassung der Toten die Abzeichen der Gefallenen gesammelt werden müssen.

Paul entdeckte die Brille seines Kumpels Ludwig und später seine Leiche. Für Paul ist es seine erste direkte Erfahrung mit dem Tod. In den Schützengräben rief der „Tod“ oft nach ihm.

Später wird Paul in dem französischen Gebiet Champagne stationiert. Auch dort sind die Zustände katastrophal. Es gibt nichts zum Essen. Paul und Stanislaus Katczinsky gelingt es, mit einer Gans aus dem Haus eines französischen Bauern zu flüchten.

Die Gans stillt den Hunger und die Sorgen von Paul und seinen Kameraden. Paul liest die Briefe von Stanislaus‘ Familie vor, da er nicht lesen kann. Den Menschen in Deutschland geht es immer schlechter. Die Feinde Deutschlands gewinnen immer mehr Einfluss und Macht. Aber die stolzen und arroganten Anführer sind nicht bereit, aufzugeben.

In einem der Biefe, die ihm seine Frau schrieb, lernt Stanislaus Katczinsky, dass sein Sohn gestorben ist. Er fragt sich oft, ob er jemals nach Hause zurückkehren kann, selbst wenn der Krieg zu Ende ist. Er hat das Gefühl, dass er nie wieder derselbe sein würde, nachdem er so viel Gewalt und Grausamkeit gesehen hatte.

Das Ende von „Im Westen nichts Neues“ erklärt:

Paul, Katczinsky und die anderen werden losgeschickt, um die 60 vermissten jungen Rekruten vom Vortag zu finden. Die Anführer legen großen Wert auf jeden Mann und jeden Soldaten, da kaum noch Männer zum Kämpfen zu Verfügung stehen.

Unterdessen wird eine deutsche Delegation unter Matthias Erzberger nach Compiegne geschickt, um einen Waffenstillstand mit den Franzosen zu schließen.

Doch der deutsche General Friedrich hat nicht die Absicht, tatsächlich einen Waffenstillstand zu unterzeichnen. Aufgrund seines übermäßigen Gefühls von falschem Stolz weigert er sich, den Krieg zu beenden. Nach Ansicht des Generals ist die Existenz eines Soldaten außerhalb eines Krieges sinnlos.

Matthias Erzberger hat eine andere Sichtweise. Er hat seinen Sohn verloren und weiß daher aus erster Hand, wie töricht die Befehle der Deutschen an ihre Truppen sind. Sein Ziel ist es, die Franzosen und die Deutschen dazu zu bringen, Frieden zu schließen. Ihm ist klar, dass sein Ziel zum Scheitern verurteilt ist. Trotzdem gibt er nicht auf, es wenigstens zu versuchen.

Die deutschen Truppen, die vom Hunger geschwächt sind, kämpfen weiter. Andere Möglichkeiten haben sie auch nicht. Die Regeln sind klar: Töten oder getötet werden.

Während dem Kampf begegnet Paul in einem Krater einem französischen Soldaten. Er sticht wiederholt auf den französischen Soldaten ein, als wäre er besessen und unfähig, sein Handeln zu kontrollieren. Doch dann setzt sein nüchternes Urteilsvermögen ein und er erkannt, dass er gefährlich nahe daran war, einen Mann zu töten. Aber als er das merkte, war es schon zu spät.

Er kommt zu dem Schluss, dass es nicht Pauls Aufgabe ist, einen Krieg zu führen. Es gibt keine Rechtfertigung für ihn, das Leben eines Mannes zu nehmen, dem er zum ersten Mal begegnete. Ihm wird klar, dass ihm ein falsches Ziel vorgegaukelt wurde.

Nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiegne am 11. November 1918 wird vereinbart, dass alle Feindseligkeiten um 11 Uhr eingestellt werden. Leider überlebt Pauls Kamerad Kropps den Krieg nicht und Tjaden nimmt sich das Leben, weil er den Gedanken nicht ertragen kann, für den Rest seines Lebens verkrüppelt zu sein.

Paul und Katczinsky sind noch am Leben. Sie sind traurig über das Ableben ihrer Freunde. Es scheint jedoch, dass der Albtraum bald ein Ende haben wird.

Sie beschließen, denselben französischen Bauern um eine weitere Gans zu berauben. Bei diesem Versuch wird Katczinsky vom Sohn des Bauern erschossen.

Der Waffenstillstand ist noch nicht offiziell in Kraft, also gibt General Friedrich den Befehl, Latierre trotzdem mit den Truppen anzugreifen.

Überlebt Paul Bäumer?

Im Westen nichts Neues - Produktionsstandbild Felix Kammerer
(c) Reiner Bajo / Netflix
Paul ist gezwungen, an die Front zurückzukehren. Paul fühlt sich erschöpft, während andere Soldaten ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen. Nachdem Paul fast ein Jahr lang gedient hat, ist er vom Leben völlig desillusioniert. Mit dem Verlust seiner Freunde hat er auch den letzten Funken Hoffnung verloren, den er noch hatte.

Als er im Graben landet, greift er sofort einen französischen Soldaten an. Dabei wird er von einem anderen französischen Soldaten fast getötet. Im Verlauf des Kampfes hat der französische Soldat eine Waffe in der Hand und Paul ist wehrlos. Der Soldat schreckt davor zurück, Paul zu erschießen. Es scheint sinnlos, dass sie sich jetzt gegenseitig umbringen, da nur noch wenige Minuten bis zum Inkrafttreten des Waffenstillstands verbleiben.

Wenn sie einfach abwarten, können sie vielleicht unbeschadet entkommen. Als Paul glaubt, dass er es endlich geschafft hat, greift ein anderer französischer Soldat von hinten an und sticht ihm in den Rücken. Das ist eine sehr schwere Verletzung, von der sich Paul nicht mehr erholen wird. Als sich sein Angreifer umdreht und weggeht, wird der Waffenstillstand ausgerufen und der Krieg beendet. Anschließend geht Paul an einen ruhigen Ort und stirbt.

Das zentrale Argument des Films wird durch Pauls tragisches Ende verdeutlicht. Für die meisten Soldaten ist es nicht ehrenvoll, in einem Krieg zu kämpfen. Die große Mehrheit von ihnen stirbt auf eine Art und Weise, die kein Film rechtfertigen würde, und so werden sie in den Erzählungen über Heldentaten oft vergessen.

Der Film „Im Westen nichts Neues“ schildert seinen Zuschauern die grausame Realität der Schlacht. Der Film spart nicht mit Details, um die Schrecken des Lebens in den Schützengräben und den daraus resultierenden Identitätsverlust zu schildern. Der Kriegsfilm zeigt einen naiven Jugendlichen, der sich in einen skrupellosen Killer verwandelt, nur um im entscheidenden Moment vom Glück verlassen zu werden. Es ist grausam, sich so lange um eine Figur zu kümmern und sie dann auf eine Weise sterben zu lassen, die ihren Platz in der Geschichte nicht festigt. Am Ende geht es jedoch um die unaussprechliche und brutale Essenz von Tod und Krieg.

Trailer zu „Im Westen nichts Neues“:

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