Basiert „Liebes Kind“ auf einer wahren Geschichte?

Die packende deutsche Netflix-Serie „Liebes Kind“ lädt die Zuschauer in die erschütternde Welt von Lena und ihren Kindern Hannah und Jonathan ein. Sie werden von einem unerbittlichen Tyrannen in einem gefängnisähnlichen Haus gefangen gehalten und ihr Alltag wird bis ins kleinste Detail diktiert. Schon das bloße Erscheinen des Mannes verlangt eine sofortige, unterwürfige Reaktion – in einer Reihe stehen und die Hände vorzeigen.

Lenas Geist erreicht schließlich die Grenze des Erträglichen, was sie zu einer verzweifelten Flucht veranlasst, die tragisch in einem Autounfall endet, der sie ins Krankenhaus bringt. Zur gleichen Zeit gerät Hannah in Polizeigewahrsam, was den Fall noch komplizierter macht. Die dramatischen Ereignisse dieser Nacht hören damit nicht auf. Lenas Eltern, die die Hoffnung verloren hatten, ihre Tochter zu finden, nachdem sie 13 Jahre zuvor auf mysteriöse Weise verschwunden war, kommen ungläubig im Krankenhaus an.

„Liebes Kind“ ist mit Kim Riedle, Naila Schuberth, Sammy Schrein, Hans Löw und Haley Louise Jones hochkarätig besetzt. Die tadellosen Darbietungen in Verbindung mit einer fesselnden Handlung haben viele zum Nachdenken angeregt: Ist das eine wahre Geschichte?

Basiert „Liebes Kind“ auf einer wahren Begebenheit?

Kim Riedle, Naila Schuberth as Hannah and Sammy Schrein as Jonathan on the set of Liebes Kind, Courtesy of Netflix 2023
(c) Netflix
Um das klarzustellen: „Liebes Kind“ ist eine fiktive Geschichte, die auf dem Bestseller-Roman von Romy Hausmann basiert. Das Buch, das 2019 erschienen ist, erzählt das Leben von Lena Beck, die mit ihren Kindern unter dem grausamen Regime eines Mannes eingesperrt ist. Ihre Flucht wirft die entscheidende Frage auf: Ist sie dieselbe Lena, die vor 14 Jahren verschwunden ist? Die Verflechtung von Fiktion und Authentizität in diesem Buch hält die Leser ständig in Atem.

Romy Hausmann, die Autorin dieses fesselnden Thrillers, gab einmal zu, kein Fan des Genres zu sein. Aber nachdem sie in „Gone Girl“ und „The Girl on the Train“ eingetaucht ist, fand Hausmann die richtige Inspiration. Mit einem Augenzwinkern zu den Autorinnen Gillian Flynn und Paula Hawkins gab Hausmann auch an, dass die wachsende Faszination für wahre Verbrechen und ungelöste Geheimnisse die Geschichte geprägt hat.

Die Netflix-Adaption nimmt sich einige Freiheiten gegenüber der Bucherzählung, um die Geschichte als Serienformat zu erzählen. In beiden Medien werden jedoch intensive Themen wie Trauma, lange Gefangenschaft und der Kampf um die eigene Identität behandelt, so dass sich die Geschichte unheimlich real anfühlt. Doch so fesselnd sie auch sein mag, die Geschichte von „Liebes Kind“ bleibt eine erfundene Geschichte, auch wenn sie von den Seiten von Hausmanns fesselndem Roman inspiriert wurde.

Trailer zu „Liebes Kind“:

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Björn studierte Medien- und Kommunikationswissenschaften und ist seit 2018 Film- und Musikredakteur bei popkultur.de. Es gibt kaum etwas, das er mehr liebt, als seine Lieblingsfilme, TV-Serien und Musik mit anderen begeisterten Fans zu diskutieren.

E-Mail: bjoern.freiberger@popkultur.de