Schlagzeug-Marken: Die 10 besten Schlagzeughersteller der Welt

Die Schlagzeugherstellung hat einen langen Weg hinter sich. Der Wettbewerb zwischen den führenden Schlagzeugherstellern ermöglicht eine kontinuierliche Forschung und Entwicklung neuer innovativer Produkte für das Schlagzeugspiel.

Die gute Nachricht für Käuferinnen und Käufer ist, dass die Features der Top-Drumsets auch in den erschwinglicheren Einsteiger-Kits zu finden sind!

In diesem Leitfaden stellen wir dir die besten Schlagzeughersteller der Welt vor. Diese Schlagzeugmarken stellen alle hochwertige Produkte her, denen du vertrauen kannst. Diese Schlagzeughersteller gibt es schon seit langer Zeit und ihre Drumsets werden von den besten Profis der Branche gespielt.

Hier ist unsere Auswahl der besten Schlagzeugmarken, die mit hervorragende Qualität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen können.

Pearl


Die Firma Pāru Gakki Seizō Kabushiki Gaisha mit Sitz im japanischen Chiba ist weltweit eher unter dem Namen Pearl bekannt. Sie stellt eine breite Palette von Perkussionsinstrumenten her und ist wegen ihrer weiten Verbreitung eine der Schlagzeugmarken, die auch vielen Nichtmusikern bekannt sind.

Das Unternehmen wurde 1946 gegründet und hat zunächst Notenständer hergestellt. Ab 1950 wurden auch einfache Instrumente gebaut. Im Zuge des weltweiten Erfolgs des Rock ’n‘ Roll ist es ab Mitte der fünfziger Jahre stark gewachsen und hat zeitweise Schlagzeuge unter mehr als 30 verschiedenen Markennamen verkauft, unter anderem unter „Apollo“, „Toreador“ und „Stewart“. Seit 1966 stellt Pearl auch Schlagzeuge für professionelle Ansprüche her. Die ersten Produkte für dieses Marktsegment gehörten der President-Serie an.

Heute fertigt Pearl in fünf Produktionsstätten in Taiwan, die den Weltmarkt beliefern, während der heimische – japanische – Markt nach wie vor aus der traditionellen Fabrik in Chiba bedient wird. Aber auch in anderen Ländern ist Pearl vertreten. So werden Perkussionsinstrumente für lateinamerikanische Musik in Thailand hergestellt.

Der Umfang angebotener Instrumente reicht heute von Schlagzeugen für Anfänger (Target, Forum) über Produkte der Mittelklasse (Export, die meistverkaufte Serie der Welt) bis hin zu absolut professionellen Instrumenten (Reference, Masterworks – das Flaggschiff aus dem Hause Pearl). Neben kompletten Schlagzeugen bietet Pearl auch qualitativ hochwertige Snare Drums an. Die Schlagzeuge von Pearl sind die meistverkauften der Welt.

Bekannte Musiker, die Pearl-Schlagzeuge spielen, sind Ian Paice (Deep Purple), Omar Hakim, Eric Singer (Kiss) und Gary Husband.

DW


Die Wiege des Schlagzeugherstellers DW ist eine Schlagzeugschule – DW steht kurz für Drum Workshop. 1972 wurde die Schule von Dan Lombardi im kalifornischen Santa Monica gegründet. Zwei Jahre später fing Lombardi an, gemeinsam mit seinem Schüler John Good eigene Schlagzeuge zu bauen. 1977 hat DW gemeinsam mit Tama das Unternehmen Camco Drum aufgekauft und entwickelt seitdem vermehrt auch Schlagzeug-Zubehör, etwa Pedale und Sitze. Der Unternehmensschwerpunkt verlagerte sich immer weiter weg von der Schlagzeugerausbildung und immer mehr hin zum Bau von Instrumenten und Zubehör.

Heute sind DW Drums bekannt für ihre speziell nach Kundenwunsch gefertigten Schlagzeuge. Der Kunde kann hier zwischen allen möglichen Materialen wählen und sich so sein ganz persönliches Drumset zusammenstellen. Die Schlagzeuge von DW stehen nicht unbedingt in dem Ruf, besonders günstig zu sein. Aber Qualität hat ihren Preis, und DW liefert die Qualität, die die Kunden zu Recht erwarten.

Die Liste der Nutzer von DW-Schlagzeugen und -Zubehör ist lang. Zu nennen sind hier etwa Chad Smith (Red Hot Chili Peppers), Don Henley (The Eagles) oder Chris Slade (AC/DC). Im deutschsprachigen Raum sind Udo Lindenberg, Jürgen Zöller (BAP) und Christoph Schneider (Rammstein) bekannt.

PDP


Pacific Drums and Percussion, oder kurz PDP, wurde 1999 als Tochter von DW mit dem Ziel gegründet, auch Instrumente für das mittlere Preissegment anbieten zu können. Dies gelingt dem Unternehmen, ohne allzu tiefe Einschnitte bei der Qualität machen zu müssen, weshalb die PDP-Schlagzeuge in recht kurzer Zeit ziemlich bekannt und beliebt wurden. Gefertigt werden die Produkte – Schlagzeuge, Snare Drums und Zubehör – in China, Mexico und Taiwan.

Bekannte Spieler von PDP-Schlagzeugen sind Chad Smith (Red Hot Chili Peppers), Eric Hernandez (Bruno Mars) und Cobus Potgieter.

Ludwig


Die Firma Ludwig wurde im Jahr 1909 gegründet. Sie ist einer der ältesten Schlagzeughersteller überhaupt. William Ludwig, ein Sohn deutscher Einwanderer, die 1887 nach Chicago gekommen waren, war professioneller Schlagzeuger und spielte unter anderem im Zirkus und in den damals so beliebten Vaudeville-Shows. Da dies aber nur eine unregelmäßige Arbeit und vor allem Einnahmequelle darstellte, beschloss William, gemeinsam mit seinem Bruder Theobald in Chicago ein Schlagzeuggeschäft zu eröffnen. Unter anderem entwickelten die Brüder ein Konzept für ein neuartiges, schnelleres Pedal für die Basstrommel. 1916 kamen eine Snare Drum und eine Pauke neu ins Sortiment. 1918 starb Theobald, und William führte das Geschäft allein weiter. In den zwanziger Jahren beschloss die Firma, auch Banjos herzustellen. Dies erwies sich in der Wirtschaftskrise allerdings als eine schlechte Idee, die dazu führte, dass William das Unternehmen an den Instrumentenhersteller Conn verkaufen musste. Er blieb aber noch bis 1936 in der Firma.

1937 machte William Ludwig sich erneut im Schlagzeugbau selbständig, sein neues Unternehmen nannte er W.F.L. Drum Company. Wirtschaftlich war er damit so erfolgreich, dass er 1955 sein altes Unternehmen von Conn zurückkaufen konnte, als das dortige Management beschloss, die Schlagzeugsparte zu schließen. Es bekam den neuen Namen Ludwig Drum Company.

Der Rest der Geschichte ist Legende. 1963 wollte Ringo Starr, der Drummer der Beatles, ein neues Schlagzeug kaufen. In dem Farbton, der ihm gefiel, war nur ein Modell von Ludwig verfügbar, und so entschloss sich Starr, die Marke zu wechseln – bis dahin hatte er Premier gespielt. Mit dem neuen Instrument saß er 1964 in der Ed-Sullivan-Show, und der dortige Auftritt der Beatles verschaffte nicht nur den Rickenbacker-Gitarren einen enormen Auftrieb, sondern katapultierte auch die Ludwig-Schlagzeuge ganz nach oben. Die Verkäufe schnellten in die Höhe, jeder junge Schlagzeuger wollte Ludwig spielen. Etliche der neuen Bands wurden ebenfalls sehr bekannt, was die Nachfrage nach Ludwig-Drums weiter steigerte. In den sechziger und siebziger Jahren war Ludwig der unangefochtene Weltmarktführer im Schlagzeug-Bereich.

1981 wurde Ludwig an den Instrumentenbauer Selmer verkauft, der vor allem Saxophone herstellt. Selmer wiederum gehörte dem Klavierhersteller Steinway. Und als Steinway auch Conn kaufte und die beiden Firmen 2003 zusammenlegte, landete Ludwig am Ende wieder bei Conn. Ein Kreis schloss sich.

Wegen der ungeheuren Popularität der Marke ist die Liste der Musiker, die Ludwig-Schlagzeuge spielen, endlos. Daher sollen hier nur wenige Beispiele genannt werden: Alex Van Halen, Ginger Baker (Cream), John und Jason Bonham (Led Zeppelin), Buddy Rich, Questlove (The Roots), Frank Beard (ZZ Top), Cindy Blackman, Keith Moon (The Who), Max Roach.

Tama


Der nächste japanische Vertreter in der Liste ist Tama Drums. Tama ist die Schlagzeugmarke des japanischen Unternehmens Hoshino Gakki, zu dem unter anderem auch der Gitarrenbauer Ibanez gehört. Die professionellen Instrumente von Tama werden in Japan hergestellt, während die günstigeren Modelle und das Zubehör aus Guangzhou in China kommen.

Hoshino Gakki begann im Jahr 1961 mit der Produktion von Schlagzeugen. Hergestellt wurden diese beim Tochterunternehmen Tama Seisakusho, das bis dahin ausschließlich die Gitarren und Verstärker von Ibanez gefertigt hatte. Verkauft wurden die Instrumente unter dem Namen Star Drums, denn Hoshino bedeutet übersetzt „Sternenfeld“. 1974 beschloss Hoshino, in den Markt für professionelle Schlagzeuge einzusteigen. Diese wurden unter dem Markennamen Tama vertrieben – Tama bedeutet „Juwel“ und war außerdem und nicht zuletzt der Name von Hoshinos Frau.

Als 1977 der Schlagzeughersteller Camco in Konkurs ging, wurde er gemeinsam von DW und Tama aufgekauft. Die Maschinen gingen an DW, während Tama den Namen, die Designs und die Patente übernahm. Eine Entscheidung, die dazu führte, dass sich die Qualität der Tama-Drums quasi über Nacht sprunghaft verbesserte.

Heute stellt Tama eine breite Palette von Schlagzeugen, Snare Drums und Zubehör aller Preis- und Qualitätsklassen her. Bekannte Nutzer von Tama-Equipment sind etwa Peter Erskine, Billy Cobham, Lars Ulrich (Metallica), Christoph Schneider (Rammstein) oder Elvin Jones.

Gretsch


Gretsch wurde 1883 vom deutschen Einwanderer Friedrich Gretsch im New Yorker Stadtteil Brooklyn gegründet. Die Firma hat sich vor allem mit ihren Gitarren und Schlagzeugen einen Namen gemacht. Die Schlagzeuge werden für ihren besonderen, „weichen“ Sound gerühmt. Gretsch ist einer der Hersteller, die, und sei es auch nur wegen ihres markanten Logos, auch bei musikalischen Laien bekannt sind.

Nicht zuletzt erlangte Gretsch Bekanntheit, als Leo Fender seine revolutionäre erste Solidbody-Gitarre umbenennen musste. Denn die hieß ursprünglich Broadcaster. Da Gretsch aber bereits ein Schlagzeug namens Broadkaster im Sortiment hatte, blieb Fender nichts anderes übrig, als die Gitarre „Telecaster“ zu nennen. Aber dies ist eine eigene, legendäre Geschichte.

Besonders aus dem Jazz der Hard-Bop-Ära der fünfziger und sechziger Jahre sind Gretsch-Schlagzeuge kaum wegzudenken. Der Name Gretsch ist fast untrennbar mit Drummern wie Art Blakey, Philly Joe Jones und Tony Willams verbunden. Aber auch im Rock war Gretsch immer zuhause, hierfür steht insbesondere Charlie Watts von den Rolling Stones. Auch Phil Collins hat in seiner Zeit als Genesis-Schlagzeuger Instrumente von Gretsch gespielt.

Yamaha


Yamaha gehört zu den japanischen Mega-Konzernen, die vom Außenbordmotor bis zum Konzertflügel praktisch alles herstellen. Erstaunlicherweise schadet das der Qualität der Produkte überhaupt nicht. Tatsächlich hat das Unternehmen seinen Ursprung im Bau von Musikinstrumenten, worauf das Firmenlogo des im Jahr 1867 gegründeten japanischen Unternehmens – drei gekreuzte Stimmgabeln – deutlich hinweist. Und trotz aller Industrieroboter und Motorräder aus dem Hause Yamaha ist das Unternehmen heute der weltgrößte Hersteller von Musikinstrumenten.

Zunächst baute Yamaha Harmonien, ab 1900 auch Klaviere und dann nach und nach weitere Instrumente, etwa Saxophone und Gitarren. Schlagzeuge wurden erst im Jahr 1967, also recht spät, ins Sortiment aufgenommen. Heute stellt Yamaha Schlagzeuge aller Güteklassen sowie das entsprechende Zubehör her. Die hochwertigsten Modelle stammen aus Osaka in Japan, die einfacheren aus China und Indonesien, wobei die indonesischen Modelle sich nur durch einfachere Materialien von den japanischen unterscheiden. Auch elektronische Schlagzeuge sind im Programm erhältlich.

Nennenswerte Spieler von Yamaha-Equipment sind etwa Dave Weckl, Steve Jordan oder Carter Beauford.

MAPEX


Erst seit 1989 ist die taiwanesische Firma MAPEX auf dem Markt, und ihr Name ist Programm, steht das Kürzel doch für „Music And Percussion EXcellence“. Das Unternehmen, eine Tochter von KHS, produziert sowohl Schlagzeuge als auch Zubehör. MAPEX stellt die ganze Bandbreite von Anfängermodellen (Voyager) bis hin zu professionellen Instrumenten (Orion) her. Seine Serie McDentity in der oberen Mittelklasse bietet Möglichkeiten zur Personalisierung des Equipments, wie sie bei anderen Herstellern nur in der Spitzenklasse zu finden sind.

MAPEX hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens einen sehr guten Ruf erworben, was an der guten Qualität, den edlen verarbeiteten Hölzern und dem dennoch erschwinglichen Preis liegt. Die Drums aus Taipei kosten nur etwa die Hälfte von vergleichbaren Modellen der Konkurrenz.

MAPEX-Schlagzeuge werden etwa von Chris Adler, Carter Beauford und Dom Famularo eingesetzt.

Sonor


Nach dem jüngsten nun der älteste Schlagzeugbauer in dieser Liste, und der einzige aus Deutschland. Bereits 1875 wurde Sonor in Weißenfels an der Saale gegründet und ist somit eines der weltweit ältesten Unternehmen überhaupt in dem Bereich. Ursprünglich stellte Sonor Militärtrommeln und Trommelfelle her, aber um 1900 wurde die Produktion erweitert. 1907 erfolgte die Eintragung von Sonor als Markenzeichen. Um 1925 erschien der erste Sonor-Katalog, und 1930 der erste Sonderkatalog nur mit Jazzinstrumenten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen, in der sowjetischen Besatzungszone liegend, enteignet. 1946 wurde das Unternehmen im nordrhein-westfälischen Bad Berleburg neu gegründet. 1991 wurde Sonor schließlich vom Instrumentenbauer Hohner übernommen.

In seiner langen Geschichte hat Sonor viel zur Entwicklung des modernen Schlagzeugs beigetragen. So stammt die weltweit erste Fußmaschine von hier – aus dem Jahr 1900. Ähnlich wie Pearl oder Gretsch ist auch Sonor eine Schlagzeugmarke, die auch Nichtmusiker wahrscheinlich kennen.

In den fünfziger und sechziger Jahren spielten so bekannte Jazzdrummer wie Kenny Clarke oder Connie Kay (Modern Jazz Quartet) Instrumente aus Bad Berleburg. Weitere bekannte Sonor-Spieler sind zum Beispiel Ed Thigpen, Jack DeJohnette, Adam Nussbaum und Phil Rudd (AC/DC).

ddrums


Zum Abschluss der Liste noch ein Außenseiter. ddrums ist ein 1983 in Schweden gegründetes Unternehmen mit Sitz in den USA, das zunächst nur elektronische Schlagzeuge und Trigger hergestellt hat. Erst nachdem die Firma im Jahr 2005 von Armadillo übernommen wurde, kamen auch akustische Schlagzeuge ins Sortiment.

Heute produziert ddrums eine recht breite Palette sowohl an akustischen als auch an elektronischen Schlagzeugen, und es gibt sogar Hybridmodelle, die sowohl akustisch als auch elektronisch gespielt werden können. Neben kompletten Schlagzeugen bietet ddrums auch Snare Drums an.

Nennenswerte Spieler akustischer ddrum-Schlagzeuge sind Vinnie Paul Abbott (Pantera) und James Kottak (The Scorpions). Im elektronischen Bereich sind etwa Abe Laboriel (Paul McCartney, Sting), Tommy Lee (Mötley Crue) oder Frank Beard (ZZ Top) zu erwähnen.

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