Wie wurde Capital Bra berühmt? – Die Erfolgsgeschichte

Capital Bra schaut in die Kamera
(c) Phong Le / Sony Music

Fleiß, Authentizität und die modernen Kommunikationsmöglichkeiten machten den einstigen Straßenrapper zu einem wahrhaft beliebten und auch ernst zu nehmenden Deutschrap-Megastar. Die Erfolgsgeschichte von Capital Bra beruht letztendlich auch darauf, dass seine Fanbase wie ein Fels in der Brandung steht. Zahlen sprechen auch in der deutschen Musikszene Tacheles.

Wer sich mit den Streaming-Rekorden auf Spotify, die der Deutschrapper zustande bringt, nicht auseinandersetzen möchte, der kann sich anhand von mehreren Gründen erklären, warum Vladislav Balovatsky alias Capital Bra der kometenhafte Aufstieg in den Olymp der heiß umkämpften Musikszene gelungen ist. Wer die Musik des Rappers für sich entdeckt hat, wird sich womöglich im ersten Moment fragen, wie dieser Star berühmt wurde und warum dieser Künstler mit Migrationshintergrund quer durch alle Gesellschaftsschichten so unglaublich beliebt und bekannt ist.

Ein durchaus zeitgemäßes Erfolgskonzept

Capital Bra ist kein unnahbarer Star. Er sucht seine Fans und bleibt dabei bodenständig. Deshalb ist der Deutschrapper derart beliebt und berühmt. Er ist ein ungeschliffener Rohdiamant, in seinen Texten kommt sein Gespür für treffsichere Flows und harte Lyrics zur Geltung. Keine Spur von dreckigen, zensurverdächtigen Reimen. Er verleiht seinen Versen eine Durchschlagskraft und vermag es, seine Hörer zu 100 Prozent zu überzeugen. Capital Bra versteht es von Beginn seines Durchbruches weg, den Bekanntheitsgrad rund um seine Person immerzu weiter zu fördern. Dafür kollaboriert Capital Bra mit erfolgreichen sowie auch mit aufstrebenden Künstlern.

Seine Songs bieten Stoff für den Club, für den Schulhof, den Kaffeeautomaten, das Fitnesscenter und für die Straße. Die Musik von Capital Bra ist zwar hart, aber dennoch überaus massentauglich. Den Inhalten seiner Rap-Songs mangelt es nicht an Provokation und Authentizität. Seine Ausdrucksweise unterstreicht die von ihm vorgetragenen Themen, mit denen er es punktgenau versteht, seine Community zu begeistern. Wie nur wenige Rap-Künstler vor ihm, verstand es Capital Bra Trends zu erkennen. Er folgte ihnen mithilfe seiner Lieder und schlussendlich gelingt es ihm bis heute auch hervorragend, Trends zu setzen.

Die Biografie eines Berliner Jungen

In Sibirien erblickte Capital das Licht der Welt. Seinen Geburtstag feiert der Künstler am 23. November. Der deutsche Rapper hat ukrainische und russische Wurzeln. Bekannt bzw. entdeckt wurde der Berliner Musiker bei seinen „Rap am Mittwoch“-Auftritten. Um Capital mit seinen eigenen Worten zu beschreiben, genügen drei Schlagwörter: anstrengend, willensstark und unberechenbar. Super Ingredienzien, um in der Musikwelt genau ins Schwarze zu treffen. Ein Typ von einem Star also, mit dem man Pferde (oder wahlweise auch Autos) stehlen könnte. Kein abgehobenes Getue und keine Spur von Hochmut, genau das fasziniert viele junge und auch ältere Menschen. Diese Einstellung zum Dasein projektiert der Deutschrapper mit viel Geschick in seine Texte und Beats hinein.

Vladislav Balovatsky: Seine Kindheit und Jugend

Vladislav Balovatskys Eltern arbeiteten in der Ölindustrie. Ein Teil seiner Kindheit verbrachte Capital in der Ukraine. Gemeinsam mit seiner Mutter zog er als Siebenjähriger in den Berliner Stadtteil Hohenschönhausen. Als Kind war er ein Spieler der Fußballmannschaft BFC Dynamo, doch als Jugendlicher geriet der Junge auf die sogenannte schiefe Bahn. Das kleinkriminelle Milieu, in dem er als Heranwachsender verkehrte, brachten ihm mehrere Jugendstrafen ein. Aufgrund von Schulhofschlägereien war Capital Bra gezwungen, öfters als ihm lieb war, die Schule zu wechseln. In der neunten Klasse brach Vladislav Balovatsky endgültig mit dem deutschen Schulsystem.

Schon während seiner unschönen Schulzeit begann der Berliner Junge mit gerade einmal elf Jahren Rap-Texte zu komponieren. Neun Jahre später (2014) gelang es Vladislav Balovatsky zum ersten Mal, eine Battle-Veranstaltung im Rahmen von „Rap am Mittwoch“ zu gewinnen. Mit 21 Jahren war dies für den heute als Capital bekannten Musiker der Startschuss seiner unvergleichbaren und aufregenden Karriere.

Doch was genau trieb den Künstler an? Wohl sein Wunsch, sich in Form von Rap-Songs so ausdrücken zu können, dass es ihm dabei auch gelingt, sich und seiner Mentalität treu zu bleiben. Sich nicht verbiegen zu lassen und trotzdem mithilfe seiner genialen Reime einen noch nie da gewesenen kommerziellen Erfolg zu erzielen. Viel Geld zu verdienen mit dem, was Capital Bra am meisten Freude bereitet, nämlich Texte und Beats unter die Leute zu bringen.

Die turbulenten Anfänge des Künstlers Capital Bra

Capital Bra war in der Untergrund-Szene Berlins aktiv unterwegs. Bei einer ortsansässigen Hip-Hop-Veranstaltung bestritt der junge Straßenrapper einige Battles. Dank seiner schnell steigenden Beliebtheit und seinem Einsatz erlangte der Rapper aus Berlin schnell einen hohen Bekanntheitsstatus. Hijackers produzierte Capital Bras erstes Album, das im Februar 2016 veröffentlicht wurde.

Capital Bra und sein legendärer Durchbruch

Die steigende Aufmerksamkeit rund um seine Person ermöglichte es, dass sein erstes Album mit dem Titel „Kuku Bra“ (Bra steht für Bruder) direkt in den Top 100 landete. „Makarov Komplex“ war sein zweites Album, dass 2017 in Österreich Platz eins erreichte. Die folgenden Alben von Capital Bra, die er in den Jahren 2018 und 2019 veröffentlichte, schafften es in Deutschland schnurgerade an die Spitze der Charts.

Gegenwart: Capitals konstruierte Nahbarkeit in den sozialen Medien

Capital Bra kniet auf einer Straße
(c) Phong Le / Sony Music
Der zurzeit erfolgreichste Rapper des deutschen Sprachraumes nutzt die Gunst der Zeit. Er versteht es perfekt, dass die Frontkamera seines Smartphones und der Algorithmus von Spotify ihm wesentlich mehr Erfolg und Geld einbringen als Autogrammstunden und Alben. Diese konstruierte Nahbarkeit in den Social Media entspricht ganz dem neuen „Capitalismus“. Seine Strategie ist es, seinen musikalischen Erfolg auch als einen Erfolg seiner Fans zu verkaufen. Das motiviert seine Hörer und veranlasst seine Fans, die Musik Capitals in den Social Media zu verbreiten. Somit wäre es gegenwärtig für den Lieblingsrapper aus Deutschland schon fast eine Zeitverschwendung, ein Album aufzunehmen. Erfolgreiche Musik unters Volk zu mischen, sieht bei Bra also ganz anders. Das Geschäftsmodell von Capital Bra ist unkonventionell, dafür aber durch die Bank massenkompatibel.

Die Karriere Capitals und seine erfolgreichsten Songs und Alben

Die Highlights seiner Karriere spiegeln sich allen voran in den Spotify-Playlists wider. Streamingdienstleister und Capital Bra profitieren gleichermaßen sehr gut voneinander. In der gegenwärtigen Musikindustrie spielen physische Tonträger kaum mehr eine Rolle. Da die Streams auch für die Charts von Relevanz sind, landet Capital Bra immer wieder mit seinen Songs Nummer-eins-Platzierungen.

Zu den erfolgreichsten Alben Capitals gehören die sechs Studioalben von 2016 bis 2019: Kuku Bra, Makarov Komplex, Blyat, Berlin lebt, Allein und CB6. Die erfolgreichsten Songs von Capital Bra sind: Neymar, Berlin lebt, 5 Songs in einer Nacht, Melodien, Allein, Benzema, Prinzessa, Cherry Lady, Rolex, Wir ticken, Der Bratan bleibt der gleiche sowie Baby.

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