Finde den perfekten Gesangslehrer – Das musst du wissen!

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Singen gehört zum Leben dazu. Für die einen ein passiver Genuss, für die anderen das aktive Ausleben von Emotionen und die pure Leidenschaft.

Der ein oder andere kommt zu gegebener Zeit an den Punkt, an den ihm die natürliche Stimmgewalt nicht mehr reicht und er gezielt an seiner Stimme arbeiten möchte. Dahinter können berufliche Absichten oder auch private Motive stecken.

Die Frage, die sich im nächsten Schritt stellt, ist jedoch immer die gleiche – Wie finde ich einen guten Gesangslehrer?

Nachfolgend erfährst du, welche Kriterien ein guter Gesangslehrer erfüllen muss und wie du den Überblick behältst.

Kriterien für einen guten Gesangslehrer

Über Empfehlungen erste Kontakte knüpfen

Es gibt zahlreiche Wege, einen Gesangslehrer zu finden. Dazu zählen Aushänge, Zeitungsannoncen, Flyer oder das Internet. Diese schriftlichen Methoden beinhalten allerdings keine Aussage darüber, ob der Lehrer auch qualifiziert ist.

Erfolgversprechender kann es daher sein, das Gespräch zu Sängern zu suchen, die dir bei musikalischen Auftritten durch ihre Gesangstechnik aufgefallen sind. Du kannst anhand der Bühnendarstellung nicht nur die direkten Resultate des Unterrichts erkennen, sondern im besten Falle sogar Kontaktdaten guter Gesangslehrer bekommen. Der Vorteil an dieser Vorgehensweise ist, dass du auf die Erfahrungen anderer zurückgreifen und die Suche damit erheblich verkürzen kannst.

Mit einer Probestunde beginnen

Ob man zueinander passt, lässt sich oft nicht so ohne Weiteres feststellen. Es bietet sich deshalb an, mindestens eine Probestunde zu vereinbaren.

Probestunden sind an keinen Vertrag gekoppelt, kosten üblicherweise aber das gleiche, wie eine reguläre Unterrichtsstunde. Diese Stunden sollten dafür genutzt werden, das Gegenüber genau zu beobachten und an geeigneter Stelle Fragen zu stellen, die eine Prognose darüber zulassen, ob man die gleichen Ziele verfolgt und auch sonst in seinen Absichten übereinstimmt.

Falls diese Zeit nicht ausreichend war, um dich in deiner Entscheidung für oder gegen den Lehrer zu bestärken und du dich langfristig vertraglich noch nicht binden möchtest, sprich deinen Gesangslehrer direkt auf eine Probezeit von bis zu 6 Monaten an und handel die Kündigungsmodalitäten des Vertrages individuell mit ihm aus.

Sich auf einen Stil festlegen

Ein entscheidender Aspekt bei der Suche nach einem guten Gesangslehrer ist die Festlegung auf ein bestimmtes Genre. Jedenfalls dann, wenn mit dem Gesangsunterricht Ziele verfolgt werden, die weiter reichen als das einfache Entdecken der eigenen Stimme, müssen Schüler und Lehrer einen ähnlichen Musikstil favorisieren.

Die Genres, zwischen denen gewählt werden kann, reichen von Pop, Rock bis hin zu Soul, Blues und vielen weiteren.

Es ist wichtig, einen Lehrer zu finden, der sich auf den Stil spezialisiert hat, der dich am meisten interessiert, weil daran die Prinzipien anknüpfen, nach denen an deiner Klangfarbe gearbeitet wird.

So wird ein angehender Opernsänger viel an seiner Kopfstimme arbeiten und damit primär das sogenannte Randband trainieren, während ein Popsänger den gesamten Stimmapparat beherrschen muss.

Solltest du dich für mehrere Stilrichtungen gleichermaßen begeistern, ist es ratsam, diese nacheinander auszuprobieren. Eine parallele Herangehensweise könnte verwirrend sein und dich in der Entwicklung der Stimmfunktionen behindern.

Vom Neuling bis zum Profi

Je weiter fortgeschritten dein musikalisches Können ist, sei es durch das Beherrschen eines Instruments oder erste Erfahrungen mit der eigenen Stimme, und je höher die Ziele sind, die du mit dem Singen verbindest, desto mehr Anforderungen musst du an deinen künftigen Lehrer stellen.

Beurteile im Vorfeld realistisch, wo deine Grenzen liegen und ob sie mit deinen Erwartungen konform gehen. Wenn dein Gesangsniveau über dem eines Hobbysängers liegt, ist vielleicht eine Gesangsausbildung oder ein Studium das Richtige für dich.

Gesangslehrer ohne Knowhow?

Besonders knifflig ist die Suche nach einem geeigneten Lehrer anhand von Berufsbezeichnungen wie Gesangslehrer, Vocal Coach und weiteren. Diese vermeintlich aussagekräftigen Berufsbilder sind häufig irreführend, weil sich hinter ihnen kein geschützter Begriff verbirgt. Das heißt, dass sich jeder als Gesangslehrer bezeichnen kann, ohne auch nur die leiseste Ahnung von der Materie zu haben.

Es ist zwar durchaus möglich, einen guten Gesangslehrer zu finden, der keinerlei Zertifikate oder anerkannte Leistungsnachweise vorweisen kann. Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass jemand mit abgeschlossener Gesangsausbildung auch tatsächlich fachkundig ist und dieses Wissen fundiert weitervermitteln kann.

Schlussendlich gilt es aufmerksam zu sein und sich nicht von nichtssagenden Titeln blenden zu lassen. Viel entscheidender ist es zu erfragen, ob der Lehrer selbst einmal Schüler war oder ob er seine Stimme autodidaktisch geschult hat. Wer noch nie unterrichtet worden ist, versteift sich in seinem eigenen Unterricht häufig auf die Technik, die ihm selbst zum Erfolg verholfen hat. Hintergrundwissen, Erfahrungen Dritter und ein breites Spektrum möglicher Trainingsansätze fehlen.

Wer hingegen selbst einmal die Rolle des Schülers innehatte, kann nicht nur mehr Verständnis für seine eigenen Lehrlinge aufbringen, vielmehr kann er auch auf die bewährtesten Ausbildungsinhalte Dritter zurückgreifen und diese an die nächste Generation Sänger weitergeben.

Eigenschaften eines guten Stimmtrainers

Eigenes Engagement

Die Leidenschaft des Lehrers ist oft ein entscheidender Motivator für den Schüler. Dafür ist es von besonderer Bedeutung, aus welchem Antrieb der Gesangslehrer unterrichtet. Wenn ihn vordergründig finanzielle Aspekte bewegen, wird sich diese Einstellung lähmend auf den Unterricht auswirken und die Freude an der Musik drücken. Gesangslehrer, die selbst aktiv singen und permanent an der Entwicklung ihrer Stimme arbeiten, bringen die Begeisterung für den Gesang in aller Regel mit.

Flexibilität

Im Fokus des Gesangsunterrichts sollte die Vermittlung praktischer Fertigkeiten liegen. Trotzdem zeugt der Unterricht von Qualität, wenn auch theoretische Elemente in den Lehrplan eingebunden werden, die dem Schüler verdeutlichen, wie die Stimme funktioniert.

Ein guter Gesangslehrer ist nicht auf bestimmte Methoden festgelegt, sondern orientiert sich individuell an den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Schülers. Wenn eine Herangehensweise nicht greift, sollte er dazu in der Lage sein, eine andere Unterrichtsmethodik anzuführen, auf die der Schüler besser anspringt.

Er muss dich mit gezielten Übungen unter anderem an die Atemstütze heranführen, an deiner Diktion arbeiten und dir zeigen, wie du die Resonanzräume deines Körpers nutzen kannst, um so die Schwingungen der Stimme zu beeinflussen. Ihr solltet das Vokalisieren üben und Zungenstellungen durchgehen.

Jede Übung sollte so gewählt sein, dass sie bezogen auf den jeweiligen Schüler zielführend ist. Ein guter Lehrer sollte erklären können, weshalb er sich für und gegen bestimmte Übungen entscheidet und welche wissenschaftlichen Gedanken sich dahinter verbergen.

Empathiefähigkeit

Mindestens genauso wichtig wie der gesangstechnische Fortschritt ist die zwischenmenschliche Interaktion von Schüler und Lehrer.

Deshalb sollte dein zukünftiger Lehrer über soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit und Empathiefähigkeit verfügen. Es ist wichtig, dass er erkennt, wo er den Schüler abholen muss. Dabei muss er den Spagat zwischen ehrlicher Kritik und respektvollem Umgang schaffen. Eine positive Grundeinstellung und das Vertrauen in seinen Schüler sind die notwendige Basis für einen selbstbewussten Sänger.

Ob Neugier, Lebensfreude, Trauer – die Stimme spiegelt das eigene Seelenleben in all ihren Facetten. Gesang ist eine Komposition aus Klang, Körper und Geist des Singenden. Deshalb ist es so wichtig, dass du einen Gesangspädagogen findest, der dir die Möglichkeit verschafft, trotz der Umsetzung fester Methoden deine persönliche Note einfließen zu lassen. Er muss sich an deinen Charakterzügen entlangarbeiten und den Anforderungen, die damit einhergehen, gerecht werden. Nicht umgekehrt.

Geschultes Gehör

Neben einer hohen Klangqualität und einem guten Stimmgefühl braucht ein guter Gesangslehrer auch ein geschultes Gehör. Auf diese Weise ist es ihm möglich, individuelle Schwächen zu erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ferner kann er hören, ob die Übungen richtig umgesetzt werden und einschreiten, wenn die fehlerhafte Ausführung schädlich für die eigene Stimme wird.

Er hört Verspannungen, falsche Atemtechniken und die Schwingungen der Stimme.

Ein erstes Indiz dafür, dass der Gesangslehrer Gehörbildung mit in seinen Unterricht einarbeitet, ist die Tatsache, dass er ein Instrument spielt auf dem er den Schüler begleitet. Das ist zwar kein Muss, unterstützt den Lehrling aber selbst dabei, fokussierter zu hören, was wiederum eine unabdingbare Voraussetzung dafür ist, vom Blatt singen zu können.

Persönlicher Einsatz

Ein guter Gesangslehrer wird für die Mühen, die er in dich investiert, angemessen entlohnt werden wollen. Die Preise können dabei stark variieren, allerdings ist es, sofern die finanziellen Kapazitäten das zulassen, nicht ratsam, sich hauptsächlich an den Kosten zu orientieren. Durch deine Stimme kannst du dich ausdrücken, bemerkbar machen und Statements setzen. All das gerät in Gefahr, wenn du einen günstigen Lehrer mit deiner Stimme arbeiten lässt, der ihr langfristige Schäden zufügt.

Der Kostenfaktor kann sich durch diszipliniertes Üben relativieren. Wer sich dazu entschließt, im Wochenturnus oder noch seltener Gesangsunterricht zu nehmen, kann die Lerninhalte zu Hause auf eigene Faust wiederholen und so das Gesangsniveau verbessern. Um die Techniken sicher zu beherrschen und die Muskulatur richtig bedienen zu können, ist mit mindestens einer Stunde intensiven Trainings täglich zu rechnen.

Die Gewichtung von technischen Übungen und der Arbeit am Repertoire sollte sich dabei in etwa entsprechen.

Abschließender Fragenkatalog

Anhand bestimmter Fragen kann es dir schnell gelingen, eine ganzheitliche Prognose darüber zu treffen, ob du den richtigen Lehrer bereits gefunden hast.

Fragen, die du dir selbst vor der ersten Probestunde stellen solltest, um herauszufinden, was du wirklich willst:

  • Warum möchtest du deine Stimme ausbilden?
  • Fühlst du dich wohl dabei, vor Publikum zu singen oder ziehst du das Musizieren im
  • kleinen Kreis vor?
  • Was erwartest du von deinem Lehrer ganz konkret?
  • Hast du einen musikalischen Hintergrund und Vorwissen, auf das du zurückgreifen kannst?
  • Wie viel bist du bereit, in deine Leidenschaft zu investieren? Die Frage bezieht sich sowohl auf finanzielle als auch auf zeitliche Aspekte.

Fragen, die an deinen potenziellen Gesangslehrer adressiert werden:

  • Können Sie mir beschreiben, wie eine Gesangsstunde üblicherweise abläuft?
  • Haben Sie einen musikalischen Abschluss?
  • Welches waren die Meilensteine Ihrer musikalischen Laufbahn?
  • Treten Sie selbst als Sänger auf? Gibt es die Möglichkeit, einem dieser Auftritte beizuwohnen?
  • Schulen Sie neben dem Gesang auch das Gehör ihrer Schüler?
  • Unterrichten Sie mich darin, vom Blatt zu singen?
  • Geben Ihre Schüler Konzerte, um ihr Können zu präsentieren und sich in der Bühnenpräsenz zu üben?
  • Gibt es für mich die Möglichkeit, mich mit Ihren anderen Schülern auszutauschen?

Fragen, die dein Lehrer dir stellen sollte:

  • Weshalb möchtest du Gesangsunterricht nehmen?
  • Hast du musikalische Vorerfahrungen?
  • Für welches Genre interessierst du dich am meisten?
  • Wer zählt zu deinen Lieblingssängern?
  • Unterstützen deine Familie und Freunde deine Gesangsausbildung?

Diese Fragen zeugen nicht nur von gegenseitigem Interesse. Die Antworten sind darüber hinaus ein erstes Indiz dafür, ob Schüler und Lehrer zueinander finden. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass man einander ehrlich und offen begegnet und sich traut, die Wahrheit auszusprechen. Nur wenn die Kommunikation untereinander ungehindert fließen kann, können gegenseitige Bedürfnisse erkannt und Prinzipien aufeinander abgestimmt werden.

Stellt eine der Parteien keine Fragen oder kann nicht hinreichend antworten, fehlt es bereits an der Basis für eine gute Zusammenarbeit.

Fazit

Was einen guten Gesangslehrer ausmacht, ist abhängig von den eigenen Vorlieben. Je nach Zielvorstellung und der individuellen Ausgangslage sind unterschiedliche Maßstäbe bei der Suche nach einem geeigneten Lehrer anzulegen.

Wer sich sorgfältig mit seinen eigenen Bedürfnissen auseinandersetzt, hat gute Chancen ein passendes Gegenstück zu finden und sich gemeinsam mit seinem passionierten Meister auf die lange und aufregende Reise nach der eigenen Stimme und dem Potenzial, das in ihr steckt, zu begeben.

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Lisa Borch entdeckte früh ihre Leidenschaft für Musik und Filme und studierte Kommunikationswissenschaften und Medienkultur. Seit 2016 ist sie als Musik- und Filmredakteurin bei popkultur.de tätig und teilt gerne ihre Meinungen und Empfehlungen mit ihren Lesern.

E-Mail: lisa.borch@popkultur.de